| | von Petra Schwegler

"Gottschalk Live“: Was macht Thomas Gottschalk nach dem 7. Juni?

Über Wohl und Wehe von Thomas Gottschalks Vorabend-Talk "Gottschalk Live“ könnten die Intendanten der ARD Anfang kommender Woche entscheiden. Seit Längerem steht fest, dass sich die Chefs der Landesrundfunkanstalten am 23. und 24. April auf ihrer Intendantensitzung über das Format und seine flaue Performance austauschen wollen - und womöglich über die Zukunft entscheiden werden.

Jetzt beruft sich die Nachrichtenagentur "dpa“  auf ARD-Kreise, die besagen, dass sich bei einem Veto der Mehrheit der Intendanten gegen mehr "Gottschalk Live“ am 7. Juni der letzte Auftritt des 61-jährigen Entertainers sein könnte. Das wäre der letzte Sendetag vor der Sommerpause, ein Donnerstag. Am Freitag, 8. Juni, beginnt die Fußball-Europameisterschaft, deren Eröffnungsspiel von der ARD übertragen wird, danach folgen die Olympischen Spiele. An den Tagen, an denen die ARD im Sommer keinen Sport sendet, ist Dieters Nuhrs Vorabendshow "Null gewinnt" auf Gottschalks Sendeplatz um 19.20 Uhr vorgesehen. 33 Ausstrahlungstermine sind für Nuhr geplant.

 

"dpa“ beruft sich erneut auf eine Klausel der ARD, die sie dazu berechtigt, die auf drei Jahre geschlossene vertragliche Übereinkunft vorzeitig zu beenden, weil die Vorabendsendung nicht ihre Quotenvorgabe erreicht hat. Die Show, die montags bis donnerstags läuft, hätte im langfristigen Schnitt bis zum 20. April zehn Prozent Marktanteil erreichen müssen. Dem ist trotz Umbau nicht so: Seit der ersten Ausgabe am 23. Januar mit 4,34 Millionen Neugierigen geht es mit dem Reichweiten bergab – bis unter eine Million. Am Montag schalteten immerhin 1,31 Millionen Zuschauer ein – aber der Marktanteil stagniert bei schwachen 5,3 Prozent im Gesamtpublikum. Die ARD-Oberen haben Grund zur Sorge, wabert doch durch die Branche, dass der schwächelnde Vorabend im ersten Quartal die Gesamtquoten des Ersten heruntergezogen hat.  

Noch Ende März hat Gottschalk der "Bild“ erzählt, ARD-Programmdirektor Volker Herres habe ihm versichert, "dass er hinter der Sendung steht". Es gehe weiter, "wenn sich bis Ende April die inhaltliche Qualität verbessert und es bei den Quoten wieder einen Aufwärtstrend gibt". Der bleibt aber aus. „dpa“ meldet nun, dass es um die Beziehung zwischen Herres und Gottschalk nicht zum Besten stehen soll. Gemunkelt wird auch seit Wochen, dass eine Mehrheit der Intendanten bereits in gegen Gottschalk sein soll – sehr zum Unmut der ARD-Vorsitzenden Monika Piel, die derlei Spekulationen kurz nach dem Relaunch der Sendung - vor Studiopublikum und mit neuer Kulisse und mit dem neuen Redaktionsleiter Markus Peichl - stets zurückgewiesen hat. Seit Kurzem wird die Show auch nicht mehr live ausgestrahlt, sondern als Aufzeichnung - das soll Gottschalk die Möglichkeit geben, entspannter zu talken.

"Gottschalk Live“: Was macht Thomas Gottschalk nach dem 7. Juni?

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht