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Ein Motiv aus der aktuellen VW-Imagekampagne, für die viel Geld in den Medien gelassen wird.
Ein Motiv aus der aktuellen VW-Imagekampagne, für die viel Geld in den Medien gelassen wird. © Foto:VW

VW fällt im Bruttomarkt auf | | von Petra Schwegler

Im Nielsen-Ranking schrumpft Internetwerbung - Mobile gewinnt

So kann es mit dem Bruttowerbeumsatz ruhig weitergehen – zumindest bei Print, TV sowie Radio und vor allem bei Kino, Out of Home und Mobile. Nielsen Media Research belegt nach Bruttozahlen einen überwiegend furiosen Start ins neue Werbejahr. Anders klassische Internetwerbung - sie geht nach Prozenten am stärksten zurück. 

Insgesamt kommt für die klassischen Medien bis Ende Februar ein stattliches Plus von 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresstart bei den Bruttowerbeerlösen zusammen. Die Nielsen-Werbestatistik belegt in den klassischen Medien bisher einen Bruttowerbedruck in Höhe von mehr als 4,2 Milliarden Euro. Hier der Überblick:

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Die Zahlen im Detail: Ein ganz dickes Brett bohrt nach absoluten Zahlen das Fernsehen. Mit 1,94 Milliarden Euro an Bruttowerbeumsatz in den ersten acht Wochen des Jahres sind im Vorjahresvergleich schon mal gut 170 Millionen Euro mehr mit TV-Reklame umgesetzt worden. In der Gattung der audiovisuellen Medien legt auch Hörfunk kräftig zu: Bis Ende Februar sind von den Vermarktern AS&S Radio, RMS und Co. brutto 14,2 Prozent mehr Werbeumsätze eingefahren worden. Das lässt so manche Delle aus dem Vorjahr etwas vergessen, als schon zum Jahresstart die Sorge übers Gesamtwerbejahr groß war.

Nach Prozenten siegt indes ganz klar Mobile: Mehr als die Hälfte mehr Bruttoumsatz als noch im vergleichbaren Vorjahreszeitraum erzielen die Unternehmen und Vermarkter mit mobilen Kampagnen.

Mit klassischer Onlinewerbung lässt sich derzeit indes kein Wachstum erzielen. Hier registrieren die Forscher von Nielsen inzwischen das stärkste Minus nach Prozenten (siehe Tabelle). Auch wenn hier nicht von einem Erdrutsch die Rede sein kann: Nach Abzug von Rabatten dürften Anbieter mit Internetwerbung netto klar verloren haben. Mehrerlöse aus dem Digitalgeschäft kommen ergo nur noch über mobile Kampagnen – das aber noch auf niedrigem Niveau. Bisher schneidet sich das mobile Segment im Bruttowerbemarkt nur ein Prozent vom Kuchen ab.

Am massiven Zuwachs, den das Medium Kino in den vergangenen zwei Jahren erzielt hat, ändert der Februar wenig. Kein Wunder – hat doch der nie dagewesene Reigen an Blockbustern bis in die ersten Wochen des Jahres angehalten. Weiter gilt im Februar, dass die Digitalisierung die Außenwerbung und Player wie Ströer massiv beflügelt. Jetzt 17,7 Prozent mehr Bruttowerbeumsatz misst Nielsen für die ersten beiden Monate des Werbejahres mit Kampagnen auf Plakaten, Screens oder Flughafendisplays.

Die wenigen Minuszeichen kommen zum Auftakt des Bruttowerbejahres – wie erwähnt - aus dem Internet und aus dem Segment der Publikumszeitschriften, die sich seit Jahren immer wieder auf der Verliererseite bewegen. Aber mit einem Umsatzrückgang in Höhe von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr kommt die Gattung bisher besser davon als in den Vorjahren. Anders die Zeitungen: Für sie registriert Nielsen nach den ersten acht Wochen einen selten gewordenen Erlöszuwachs in Höhe von 5,1 Prozent.

Als Top-Branche arbeitet sich in der Nielsen-Bruttostatistik der Bereich der Online-Dienstleistungen immer weiter nach vorne - ein Trend, der bereits 2015 beobachtet wurde. Vor allem TV wächst dank der Werbung der Internet-Unternehmen. Laut Nielsen geben Reiseplattformen, Onlinehändler oder auch Partnerbörsen gegenüber dem Jahresstart 2015 brutto knapp ein Fünftel (19,0 Prozent) mehr für Werbung in den klassischen Medien aus.

Größter Werbungtreibender ist Nielsen zufolge nach zwei Monaten Procter & Gamble mit fast 50 Prozent mehr Bruttospendings im Vergleich zu Januar/Februar 2015 (49,8 Prozent, knapp 97 Millionen Euro seit Jahresstart). VW folgt erst auf Platz 5 nach L'Oréal, Media-Saturn und Ferrero. Aber: Nach "Dieselgate" investieren die Wolfsburger Autowerber sehr fleißig - sie haben in den ersten acht Wochen des Werbejahres im Vergleich zu 2015 brutto 45,3 Prozent mehr ausgegeben, bisher knapp 40 Millionen Euro. Die Imagekampagne wirkt - zumindest in den Kassen der Werbeträger. Hier noch der Werbefilm:

Im Nielsen-Ranking schrumpft Internetwerbung - Mobile gewinnt

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