Axel Wallrabenstein (links) und Uli Jörges diskutieren in der aktuellen W&V, ob die Medien konstruktiveren Journalismus machen müssen.
Axel Wallrabenstein (links) und Uli Jörges diskutieren in der aktuellen W&V, ob die Medien konstruktiveren Journalismus machen müssen. © Foto:Henning Bode

Konstruktiver Journalismus | | von Judith Pfannenmüller

"Im Rudeljournalismus liegt die eigentliche Gefahr"

Misstrauen, Skandale, Negativschlagzeilen - ist die schlechte Laune im Journalismus inflationär geworden, und verlieren die Medien nicht auch deswegen an Glaubwürdigkeit und Auflage, weil das permanente Trommelfeuer an Aufregung die Menschen ermüdet?

Seit der dänische Journalist Ulrik Haagerup im vergangenen Jahr sein Buch "Constructive News" veröffentlicht hat, diskutieren Redaktionen, ob ihre Berichterstattung konstruktiver werden muss. Mit perspective-daily.de entsteht gerade eine neue Onlinezeitung von jungen Journalisten und Wissenschaftlern, die lösungsorientierten Journalismus zu ihrem Auftrag gemacht haben.

In der aktuellen Printausgabe der W&V haben sich der Polit-Kommunikator Axel Wallrabenstein und "Stern"-Journalist Hans-Ulrich Jörges das Thema vorgenommen. Jörges, seit 40 Jahren Journalist, sagt:  "Wenn man die These vom konstruktiven Journalismus zum allgemeinen Grundsatz erheben würde, würden wir uns pfeilgerade in Richtung dessen bewegen, was uns die Rechtsradikalen vorwerfen - nämlich Lügenjournalismus. Wir würden Wirklichkeit entstellen, nur partiell wiedergeben und uns selbst zensieren."

Wallrabenstein, Ex-Redakteur, PR-Profi, Chairman der PR-Agentur MSL Group Germany, kritisiert die gängige News-Währung: Vor allem reißerische Zuspitzungen und Zitate brächten Tickermeldungen. Der Polit-Kommunikator hinterfragt die gängige Redaktionskultur, die darauf ausgelegt ist, Dissonanz und Streit herauszuarbeiten. Wallrabenstein: "Es geht darum, eingeschliffene Routinen in den Redaktionen mit ihrer negativen Grundtendenz zu hinterfragen."

Jörges kritisiert, dass viel zu viele Medien - statt selbst kreativ zu werden - das nachvollziehen, was die klickabhängigen Onlinemedien vorgeben: "In diesem Rudeljournalismus, dem Konformismus in der Wahrnehmung liegt die eigentliche Gefahr."

Was die "Zeit" richtig macht, wo Qualitätsmängel liegen und ob Journalismus einen Kulturwandel braucht - mehr über die Debatte der beiden Öffentlichkeits-Profis lesen Sie in der aktuellen W&V-Printausgabe. Abo?

"Im Rudeljournalismus liegt die eigentliche Gefahr"

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