Vergangene Woche erst hatten das Medienhaus Lensing und die Funke Mediengruppe in Essen als "WAZ"-Mutter die Sanierungsfusion von sieben Lokalausgaben der "Westfälischen Rundschau" ("WR") von Funke im Raum Dortmund zurückgezogen. Die Redaktionen sollten an Lensing übergehen. Grund für den Rückzug waren Bedenken des Kartellamts. Die Behörde sah keine unmittelbare Insolvenzgefahr für die Lokalredaktionen. Die Übernahme hätte Lensing zudem im auflagenstarken Raum Dortmund auf dem Leser- wie auf dem Anzeigenmarkt zum alleinigen Anbieter gemacht. Die Funke Mediengruppe hatte Anfang 2013 die Redaktion der defizitären "WR" geschlossen. Seitdem liefern andere Verlage die lokalen Inhalte, in Dortmund sind es die "Ruhr Nachrichten". Der Mantelteil kommt von den Zeitungen der Funke-Gruppe.

Am Freitag kündigt Lensing zudem die Schließung zweier Lokalredaktion der "Ruhr Nachrichten" an. Für das Aus der "Ruhr Nachrichten"-Lokalredaktionen Witten (Auflage: 3400 Exemplare) und Bochum (3700) zum 31. Oktober gibt der Verlag wirtschaftliche Gründe an. In beiden Gebieten seien die "Ruhr Nachrichten" hinter dem Marktführer "WAZ" klare Zweitzeitung mit geringer Auflage und geringem Marktanteil. Für die Mitarbeiter strebe der Verlag einvernehmliche und sozialverträgliche Lösungen an.

Zuletzt hat vor allem die Funke Mediengruppe zwischen Rhein und Ruhr ihr Zeitungsreich saniert. Nach der Redaktionsschließung der "Westfälischen Rundschau" im Januar 2013 (120 Stellen weg) wurden weitere Verschlankungen in den Bereichen Content Desk, Anzeigenblätter und Verwaltung der NRW-Zeitungen verkündet (200 Stellen weg).

ps/dpa


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.