| | von Christof Wadlinger

MA und die Leserzahlen: Zeitschriften stagnieren, Zeitungen verlieren

Zeitschriftenreichweiten stagnieren, Zeitungsreichweiten sind leicht rückläufig. Das sind wesentliche Ergebnisse der am Mittwoch veröffentlichen Reichweitenerhebungen Media-Analyse Pressemedien II (MA Presse) sowie Media-Analyse Tageszeitungen (MA TZ).

Die Details: Die Zeitschriftennutzung in Deutschland liegt der Erhebung zufolge auf dem gleichen Niveau wie in der vorhergehenden Untersuchung (ma 2012 Pressemedien I): Knapp 93 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung über 14 Jahre liest zumindest eine der abgefragten Zeitschriften oder Wochenmagazine. Das entspricht gut 65 Millionen Lesern. Laut MA sind die Reichweiten gibt es bei den Reichweiten in einzelnen Altersgruppen wenig Unterschiede, auch in Online-affinen jüngeren Bevölkerungsschichten nicht. In der Teenager-Zielgruppe (14 bis 19 Jahre) lesen 91 Prozent Magazine. Bei den 20- bis 29-Jährigen beträgt die Nutzung 92 Prozent.

Nicht ganz so erfreulich stellt sich der Trend bei der Zeitungsnutzung dar: Laut MA lesen zwei Drittel der Deutschen oder 46,8 Millionen Männer und Frauen täglich mindestens eine regionale, überregionale oder Kaufzeitung. In der MA Tageszeitungen 2011 waren es noch über 68 Prozent. Rückgänge gibt es vor allem bei den Regionaltiteln – überregionale Zeitungen (Reichweite aktuell: 4,2 Millionen) und die Kaufzeitungen (14,5 Millionen) legen leicht zu. Grund für den Rückgang sei vor allem die zunehmende Beliebtheit von Online-Auftritten. "Vor allem junge Menschen nutzen unsere Angebote im Internet weiter“, sagt Gerhard Müller von der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (ag.ma). "Da spielt sicherlich der Preis eine Rolle, vor allem aber das geänderte Verhalten bei der Mediennutzung.“ Dieser Trend müssten die Verlage stärker nutzen.

 

Das reichweitenstärkste Segment sind die Programmzeitschriften mit insgesamt insgesamt 44,2 Millionen Lesern, die sogar leicht zulegen. Reichweitengewinne verbuchen auch die monatlichen Frauenzeitschriften (insgesamt 11,6 Millionen Leser) und die Sporttitel (7,3 Millionen). Trotz insgesamt positiver Reichweitenbilanz sind bei den Publikumszeitschriften Reichweitenverlierer in der Mehrheit. Größte absoluter MA-Gewinner ist das 14-tägliche Ein-Euro-Bauer-Programmheft „TV 14“ mit 220.000 Lesern zusätzlich. Leserzuwächse von jeweils 150.000 oder mehr haben auch die „Neue Post“, „TV Hören und Sehen“ (beide von Bauer), „View“ (Gruner+Jahr), „TV klar“ (Bauer), „Chip“ (Burda) sowie die „Vogue“ (Condé Nast).

Auf der Verliererliste stehen - gemessen an absoluten Zahlen - unter den Kauftiteln „Freundin“, „Computer Bild“, “Brigitte“ und „BamS“ vorn – allesamt weisen diesmal mindestens 30.000 Leser weniger als in der vorhergehenden MA aus. Prozentual haben sich „Bravo Sport“ und „Woche der Frau“ am meisten verschlechtert – beide weisen ein Leserminus von mehr als 20 Prozent aus. Prozentual zulegen können – neben denen, die auch unter den absoluten Gewinnern stehen – vor allem „GQ“, „MySelf“ (beide Condé Nast) und „Maxi“ (Bauer). Die Titel weiten ihre Nutzergemeinde um jeweils mehr als ein Fünftel aus.

Beim Markt der Frauen-Titel lohnt ein Blick in die Tiefe: Bei den monatlichen Frauenzeitschriften darf sich die Mehrheit der Blätter als Gewinner fühlen: Nur drei der 18 ausgewiesenen Titel im Segment müssen Reichweitenverluste hinnehmen, darunter Rewes Kunden-/Kiosktitel-Hybrid "Laviva" und "Frau im Leben" aus der Bayard Mediengruppe. Am kräftigsten zugelegt haben "MySelf" (Condé Nast), das sich um rund 28 Prozent gegenüber der Vor-MA verbessert hat, und Bauers "Maxi", deren Plus bei 23,2 Prozent liegt. Nur Verliererinnen gibt es dagegen bei den 14-täglichen Klassikern, deren Abwärtstrend im Vertrieb sich in der Reichweite fortsetzt. Am heftigsten erwischt es hier Burdas "Freundin", die rund 15 Prozent ihrer Leserinnen verlor. Gruner + Jahrs "Brigitte" (die gerade einer Auffrischung unterzogen wird) kommen knapp zehn Prozent abhanden, "Für Sie" aus dem Jahreszeiten Verlag verliert 6,3 Prozent.

cw/mp

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