| | von Julia Kloft

Madsack Media-Store: iPad, Flatrate und App im Paket

Die Mediengruppe Madsack stellt die Weichen für die Zukunft der mobilen Mediennutzung. Über ein neues Geschäftsmodell, den Madsack Media-Store, will der Konzern ab sofort nicht nur digitale Inhalte anbieten, sondern auch ein “Rundum-sorglos-Paket”, das Endgeräte, eine Datenflatrate sowie Serviceangebote umfasst. Der Store als physischer Anlaufpunkt soll dabei vor allem ältere Kunden locken: Am 15. Oktober eröffnet die erste Filiale des Mediastores in Hannovers Innenstadt, in der Kunden zu den Bundle-Optionen beraten werden. Zudem ist das Angebot auch online erhältlich. Für Abonnenten kostet das Start-Paket rund 50 Euro im Monat, für Neukunden rund 55 Euro im Monat (Laufzeit 24 Monate).

Neben den Abonnenten will Madsack mit dem neuen Konzept neue, vor allem jüngere Zielgruppen erreichen. “Ziel war es, ein Produkt zu entwickeln, dass so sexy ist, dass es für alle Altergruppen spannend ist”, sagt Herbert Flecken, Vorsitzender der Geschäftsführung. Flecken rechnet aufgrund eines Testlaufs des Angebots mit etwa 50 Prozent Neu- und 50 Prozent Bestandskunden (Abonnenten).

Kernstück im Bundle des Madsack Media-Store ist ein Tablet PC – hier sollen stets die “besten am Markt erhältlichen” Produkte angeboten werden, sagt Marc Klages. Der 33-jährige promovierte Wirtschaftsinformatiker ist seit April 2011 Geschäftsführer der Madsack Mediastore GmbH, die derzeit 15 Mitarbeiter beschäftigt. Derzeit hat der Kunde die Wahl zwischen dem iPad 2 und dem Samsung Galaxy Tab. Dadurch will Madsack auch die Verbreitung der Tablets vorantreiben. Das Paket werde zu einem “sehr günstigen Preis” auf den Markt gebracht – günstiger als die Summe der Einzelkomponenten, so Klages. Es wird zunächst für eine Vertragslaufzeit von 24 Monaten angeboten. Bereits nach 12 Monaten kann der Kunde sein Endgerät gegen ein neues Modell eintauschen.

Inhaltlich ist der Tablet PC mit den E-Papern der Flaggschiffe “Hannoversche Allgemeine Zeitung” (HAZ) und “Neue Presse” (NP) ausgestattet. Darüber hinaus hat eine achtköpfige Redaktion unter dem ehemaligen “HAZ”-Chefredakteur Ulrich Neufert seit Juni eine Art Sonntagszeitungs-App entwickelt: “Sonntag” startet – sofern Apple grünes Licht gibt - am kommenden Wochenende und umfasst rund 40 multimediale Dossiers, Kolumnen, Features etc., angereichert mit Fororeportagen, Videos und 360°-Panorama-Präsentationen. Im Gegensatz zu den Regionalzeitungen liefert die App überwiegend überregionale Inhalte.

Künftig sollen die Redaktionen an allen großen Madsack-Standorten Themenangebote für die “Sonntag”-App entwickeln, die Berlin-Korrespondentenn liefern regelmäßig einen Videoclip Woche in der Hauptsatdt zu. Bei dem E-Magazin kooperiert Madsack auch mit den Machern der wöchentlichen App der “Rheinischen Post”, RP Plus. In Zukunft sollen auch Apps von Partnern und Tochterfirmen wie radio.de und myheimat.de bereit gestellt werden. Außerdem entwickelt die HAZ-Redaktion zurzeit eine tägliche App, die bis Jahresende fertig sein soll.

Um die Silver-Surfer-Generation, die einen beträchtlichen Teil des Print-Abonnentenstamms ausmacht, an die Nutzung der mobilen Medien hernzuführen, will der Konzern in Seminarräumen des Media Stores in Hannover Schulungen anbieten. “200 Teilnehmer pro Woche” seien das Ziel, so Flecken.

Weitere Media-Store-Filialen in anderen Städten, in denen Madsack verlegerisch aktiv ist, sind in Planung. Ende des Jahres soll ein Store in Leipzig eröffnen, im ersten Quartal 2012 einer in Kiel. Am Ende sollen mithilfe eines Franchise-Systems 17 Läden stehen. Zudem bietet Madsack auch externen Verlagen an, das System zu übernehmen.

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