Media-Broadcast-CEO Wolfgang Breuer: Konzentration auf DAB+, DVB-T2 HD sowie Technik-Serviceleistungen.
Media-Broadcast-CEO Wolfgang Breuer: Konzentration auf DAB+, DVB-T2 HD sowie Technik-Serviceleistungen. © Foto: Freenet/Media Boradcast

Analoges Radiogeschäft | | von Lisa Priller-Gebhardt

Media Broadcast verkauft UKW-Netz

Media Broadcast, Dienstleister für Bild- und Tonübertragungen, trennt sich von rund 1000 UKW-Antennen, die teils von öffentlich-rechtlichen, teils von Privatsendern genutzt werden. Das bestätigt das Unternehmen auf Anfrage von W&V-Online. "Wir wollen uns auf die Wachstumsfelder DAB+, DVB-T2 HD sowie Technik-Serviceleistungen auch bei UKW konzentrieren", so ein Sprecher.

Die Entscheidung der Media-Broadcast-Geschäftsführung um CEO Wolfgang Breuer, das Geschäft mit den analogen Antennen einzustellen, kommt nicht überraschend. Seit längerem schwelt ein Streit mit der Bundesnetzagentur bezüglich der Preisregulierung. Sie legt die Höhe des Entgeltes fest, das die Media Broadcast und andere Branchenteilnehmer erheben können - was dem Unternehmen nicht gefallen kann. Das Abstoßen der UKW-Technik ist für das Unternehmen nur ein logischer Schritt.

Zuerst werden den Radioanbietern die UKW-Anlagen angeboten

Das Verkaufsverfahren für die UKW-Anlagen wird 16 Monate dauern und über zwei Stufen laufen. In einem ersten Schritt erhalten die 150 betroffenen Programmveranstalter ein Angebot zur Übernahme der Antennen. "Wir werden auf Wunsch den Nutzern ein faires Angebot von objektiven Kriterien machen", heißt es bei Media Broadcast.

In der zweiten Jahreshälfte folgt Schritt zwei: Anlagen, für die es keine Käufer gibt, werden versteigert. Dann können auch Anbieter wie Uplink oder Divicon, die seit dem Fall des UKW-Monopols ebenfalls als Dienstleister neben Media Broadcast am Markt aktiv sind, die übrigen Anlagen übernehmen.

Bis Sommer 2018 soll das analoge Sendernetz verkauft sein

Doch was passiert mit Sendeanlagen, die keine Interessenten finden – und sei es aus Mangel an Mitteln? "Wir glauben, dass wir alle Sender verkaufen können", so der Sprecher weiter. Der ganze Verkaufsprozess in Sachen UKW soll bis zum 30. Juni 2018 abgeschlossen sein.

Ganz jedoch wird sich die Media Broadcast nicht aus dem UKW-Geschäft zurückziehen: Das Unternehmen, das zum Mobilfunk-Konzern Freenet gehört, will im Servicegeschäft bleiben und  ihren Kunden weiterhin die Wartung der Anlagen anbieten.

Ende mit Ansage: Seit geraumer Zeit hatte Media Broadcast damit gedroht, das UKW-Sendegeschäft einzustellen. Seit  Januar 2016 können die Rundfunkveranstalter selbst frei wählen, wer für sie den technischen Betrieb der Programmverbreitung übernimmt. Die Bundesnetzagentur hatte damit ein Monopol aufgebrochen. Seither sind Konkurrenten wie Uplink oder Divicon neu in diesen Markt gekommen und werben um den technischen Betrieb der über 1000 UKW-Sendeanlagen in Deutschland.

Uplink und Divicon stehen parat - und die Karten werden neu gemischt

Die bisherigen Mitbewerber der Media Broadcast im UKW-Geschäft wittern ihre Chance. So kommentiert Uplink-Geschäftsführer und -Gründer Michael Radomski den Verkauf der Sparte so:

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"Die Entwicklung zeigt, wie schwer es für einen ehemaligen Monopolisten ist, sich in so kurzer Zeit an den Wettbewerb zu gewöhnen. Der Markt wurde ja erst im letzten Jahr liberalisiert. Interesse an der Übernahme von Sendestandorten besteht auf jeden Fall. Über Einzelheiten der Größenordnung und Finanzierung kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen. Nur soviel: Uplink wird die UKW-Grundversorgung langfristig sicherstellen."

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Für die Divicon meldet sich Geschäftsführer Mike Lehmann aus Leipzig zu Wort und mahnt: "Ruhe bewahren und Chancen nutzen!" Er rügt die Politik des dritten neuen Eigentümers der ehemaligen Telekom-Netze und nennt die mediale Bekanntgabe des Verkaufes den "vorläufigen Höhepunkt" dessen, worauf man sich als Kunde der Media Broadcast einstellen müsse. Der Verkauf sei allerdings auch eine Chance der Radioanbieter "auf günstige, sichere und konzeptionell bestens durchdachte Innovationen". 

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