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Projektleiterin vom Medienhaus Deutschland ist Anett Hanck, Geschäftsführerin von ACN und Prisma-Verlag.
Projektleiterin vom Medienhaus Deutschland ist Anett Hanck, Geschäftsführerin von ACN und Prisma-Verlag. © Foto:Medienhaus Deutschland

Zeitungsvermarkter | | von Petra Schwegler

Medienhaus Deutschland, die "größte nationale regionale Abozeitung"

Nun haben sich doch acht Regionalverlage zum Tageszeitungs-Vermarkter Medienhaus Deutschland zusammengefunden. Statt "G7" ist dank Axel Springer samt "Hamburger Abendblatt" und "Berliner Morgenpost" eine Allianz "G8" entstanden, die die Zeitungen stärken soll. Das Medienhaus Deutschland umfasst die WAZ, Madsack, die Verlagsgruppe Rhein-Main, DuMont Schauberg, die Zeitungsgruppe Stuttgart, Rheinische Post, Verlagsgruppe Pressedruck rund um die "Augsburger Allgemeine", Springer sowie Gründungsmitglied ACN.

Das erste Kombi-Angebot "TZ Premium Select" garantiert eine tägliche Auflage von gut fünf Millionen Exemplaren und eine Reichweite von mehr als 14 Millionen Lesern, die in erster Linie über mehr als 3000 Euro Haushaltsnettoeinkommen verfügen. Projektleiterin ist Anett Hanck, Geschäftsführerin von ACN und Prisma-Verlag. Die 44-Jährige wirkt von Düsseldorf aus, der Hochburg der Mediaagenturen.

Hanck, die in der aktuellen Printausgabe der W&V mit dem ersten Interview zum Medienhaus Deutschland präsent ist, muss gleich zum Start eine Hürde nehmen: den möglichen Verlust des Vermarktungsmandanten "Frankfurter Rundschau", der vergangene Woche Insolvenz angemeldet hat. "Klar, die Frankfurter Rundschau war fester Bestandteil der G7-Titel. Selbstverständlich werden wir aus dem Portfolio der starken Zeitungsmarken etwas nachreichen können, das die Leistungswerte der FR ersetzt", sagt sie im Gespräch mit W&V. DuMont bleibe mit seinen anderen starken Tageszeitungs-Marken fester Bestandteil von TZ Premium Select, so Hanck, die sichd arüber freut, dass mit Springer in letzter Minute noch ein weiterer Verlag hinzugekommen sein. "Wir bieten jetzt quasi die größte nationale regionale Abozeitung", sagt Hanck. Und: "Wir machen direkt einen marktgerechten Preis. 625.000 Euro kostet eine Seite, das ist nicht billig. Premium-Zielgruppen sind teuer, Qualität hat ihren Preis."

Das komplette Interview finden Sie in der aktuellen Printausgabe der W&V (EVT: 22.11.). Überhaupt setzt sich das aktuelle Heft mit den wirtschaftlichen und strukturellen Problemen der Verlage im Titelthema "Stopp für Krisentitel" auseinander und mit der Frage, ob derlei Vermarktungsallianzen wie das Medienhaus Deutschland eine Lösung darstellen können.

Medienhaus Deutschland, die "größte nationale regionale Abozeitung"

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Anett Hanck verlässt Medienhaus Deutschland

von Jochen Kalka

Gerade hat sie die Roadshow in fünf Städten erfolgreich zu Ende gebracht. 250 Teilnehmer aus Unternehmen und Agenturen haben sich schlau gemacht, was die neu gegründete Vermarktungsgemeinschaft Medienhaus Deutschland von acht großen Zeitungsverlagen künftig so bietet: 14,2 Millionen Leser am Tag und eine Brutto-Reichweite von 45 Millionen Menschen bei drei Schaltungen (W&V 47/2012). Die Sache ist also just am Start – und ausgerechnet jetzt verlässt Anett Hanck als Treiberin dieser Initiative das frisch vom Stapel gelassene Schiff. Hanck wird wieder nach Wien ziehen. Und dort arbeiten, wo sie 2001 bis 2002 schon einmal war, bei der Verlagsgruppe News. Damals machte sie sich einen guten Namen mit der Einführung des Magazins "Woman", damals mit Manager Andreas Struck an der Seite. Jetzt darf sie in Wien als Vermarktungschefin auftreten.

Das operative Geschäft des Medienhauses Deutschland soll zumindest interimsweise von Matthias Schönwandt übernommen werden. Pikant: Schönwandt ist Mitte 2011 als News-Geschäftsführer ausgeschieden – nach nicht einmal hundert Tagen Amtszeit . Vor einem Jahr heuerte der 47-Jährige bei der Schickler-Beratungsgruppe an und ist seither sowohl in der Unternehmens- als auch in der Personalberatung für die strategische Weiterentwicklung des Klientenportfolios im In- und Ausland tätig.

Erst vor gut einem Jahr sind bereits zwei renommierte Verlagsmanager von Deutschland aus in die Geschäftsführung nach Wien gewechselt: Axel Bogocz als Herausgeber und Vorsitzender der Geschäftsführung (CEO) der Verlagsgruppe News sowie Ekkehard Veeser als CFO/COO. Bogocz war zuvor gut zehn Jahre lang Geschäftsführer beim Bauer Verlag in München, Veeser anderthalb Jahrzehnte bei Gruner + Jahr, zuletzt als stellvertretender Geschäftsführer und Mitglied der Geschäftsleitung bei G+J Media Sales / EMS.

Anett Hanck hat eine durchaus beeindruckende Verlagskarriere hinter sich. 1990 stieg sie beim Bauer Verlag ein, wo sie 1994 Anzeigenleiterin "Maxi" wurde. Es folgten Stationen bei "Cosmopolitan" und "Modern Living", bevor sie das erste Mal nach Österreich wechselte. 2002 wurde sie Marketingleiterin bei der Motor Presse Stuttgart, ging 2004 zum Burda Verlag nach München und 2010 als Geschäftsführerin zum Prisma Verlag. Ende 2012 startete sie das Projekt "Medienhaus Deutschland", der unter anderem die WAZ, Mediengruppe Madsack, Zeitungsgruppe Stuttgart und Axel Springer angehören. Die Verlagsgruppe News gehört zu 56 Prozent Gruner + Jahr. Neben "Woman" gehören zu dem Verlag Zeitschriften wie "Profil", "Format" und "Trend". Eine wirtschaftliche Verflechtung zur "Kronen Zeitung" besteht über das Verlagshaus Mediaprint.

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