"Vier der fünf UKW-Programme des BR sprechen ein Publikum an, das älter als 50 Jahre ist", meint der BR-Mann mit Blick auf – tatsächlich bestehende – Probleme des BR-Senderportfolios. Bayern 3 erreiche als einziges UKW-Programm noch mehrheitlich Menschen unter 50, könne aber ebenfalls "nicht die Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen in großem Umfang ansprechen", gibt der BR preis, der indes eine Verjüngung der Programme selbst nicht in Betracht zieht. Die Umwidmung der UKW-Frequenzen von BR-Klassik für Puls sei überdies nach Art. 2 Abs. 4 des Bayerischen Rundfunkgesetzes zulässig: Die Anzahl der analogen Hörfunkprogramme vergrößere sich nicht, und es entstünden insgesamt keine Mehrkosten. Und: "Die Bestimmung des Bayerischen Rundfunkgesetzes geht als jüngeres und spezielleres Gesetz der Bestimmung im Rundfunkstaatsvertrag vor."

Der Streit wird sich wohl noch hinziehen. Letztendlich muss der Rundfunkrat des BR darüber entscheiden, ob Puls über UKW BR-Klassik ersetzen wird. Auch eine Online-Petition besorgter Bürger versucht das zu verhindern und zählt mittlerweile mehr als 48.000 Unterstützer.

Puls ist im vergangenen Frühsommer erst einmal als multimediales Projekt im Netz und via DAB+ an den Start gegangen; geübt wird allerdings in UKW mit Hilfe eines Nacht-Fensters auf der Popwelle Bayern 3 am Freitag. Von Anfang an hatten die privaten Mitbewerber das Projekt kritisiert.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.