"TZ", "Merkur" | | von Petra Schwegler

Nach Springer und Zeit rüstet Ippen in Sachen Paywall auf

Nun bereitet sich auch das Münchner Haus Ippen auf Bezahlinhalte im Internet vor - nachdem vor wenigen Tagen die "Zeit" verkündet hat, noch in diesem Jahr für Online-Inhalte Geld verlangen zu wollen und auch der Branchendienst Heise über neue Online-Bezahlmodelle für Print-Inhalte nachdenkt. "Als zentraler IT-Dienstleister für eine der führenden deutschen Verlagsgruppen entwickelt Ippen Digital eine hochmoderne, mandantenfähige Internetplattform, die für diverse populäre regionale Medien, z.B. den Münchner Merkur, die Hessisch Niedersächsische Allgemeine Zeitung und TZ, die Auftritte im Internet optimiert", heißt es in einer weit reichenden Mitteilung vom Dienstag.

Der Münchner Verlag ist – wie aus den erwähnten Titeln zu ersehen ist – stark im regionalen und lokalen Zeitungsgeschäft präsent, wo Verleger bislang sehr zurückhaltend mit dem Thema Paid Content umgehen. Um "zukünftig kostenpflichtige Mehrwertdienste kundenfreundlich anbieten zu können", habe Ippen Digital mit dem Schweizer Micropayment-Anbieter MilliPay einen passenden Partner gefunden, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. MilliPay hat sich darauf spezialisiert, Klein- und Kleinstbeträge "kundenfreundlich" zu transferieren. Die Schweizer rühmen sich, bis zu Beträgen von drei Euro "unschlagbar" zu sein. Ab Herbst soll das Bezahlverfahren auf den Websites der Ippen Verlagsgruppe zur Verfügung stehen.

Ippen-Digital-Chef Cornelius Baier sagt über den Schritt in Richtung Paywall: ”Wir diversifizieren unser Angebot und können zukünftig kostenpflichtige Mehrwertdienste mit einem einfachen und kundenfreundlichen Bezahlservice anbieten.” Schon heute sei sich die Branche sicher, dass Werbeerlöse allein langfristig nicht qualitative Inhalte im Internet finanzieren könnten. Auch hier bedürfe es eines Zwei-Säulen-Erlösmodells aus Vermarktungs- und Vertriebserlös. Der Nachrichtenagentur "dpa" sagt Baier, dass ein Teil ihres Online-Angebots kostenpflichtig gemacht werden solle. Betroffen seien  bestimmte Mehrwertdienste wie beispielsweise ein Biergartenführer für München. Der Vorstoß zum Bezahlinhalt ist demnach zum Jahresende geplant.

Vorreiter für Paid Content ist die bundesweite Presse, allen voran das Haus Springer. Es verfügt über gut ein Jahr Erfahrung mit weit reichenden Paywalls bei welt.de und über Kenntnisse aus wenigen Wochen Bild Plus. In der Schweiz ist das Medien- und Verlagshaus Tamedia rigoros - dort liegt alles hinter der Bezahlschranke. Neuere Studien belegen, dass Leser für gute und exklusive Inhalte mit Nutzwert durchaus eine Zahlungsbereitschaft erkennen lassen.

Nach Springer und Zeit rüstet Ippen in Sachen Paywall auf

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"Münchner Merkur" und "tz" legen Lokales zusammen

von W&V Online

Großer Umbau im Hause Ippen: Der "Münchner Merkur" und die Boulevard-Zeitung "tz" legen ihre Lokalredaktionen zusammen. "Dadurch soll das lokale Angebot beider Titel nachhaltig weiter verbessert werden", heißt es in einer Mitteilung vom Dienstag. Die neue Lokalredaktion "München Stadt" der Mediengruppe Münchner Merkur tz soll personell und fachlich breit aufgestellt sein. Die Zeitungen versprechen sich "Synergieeffekte bei Themenfindung, Planung, Recherche und Verfassen von Texten".

Zeitgleich sollen die Internetportale der beiden Zeitungen gestärkt werden, wie es weiter heißt. Außerdem wird die "tz"-Redaktion "Fernsehen" in die Feuilleton-Redaktion des "Münchner Merkurs" eingegliedert.

Ob durch die Zusammenlegung Stellen abgebaut werden, ist unklar. Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa wollte man sich dazu nicht äußern. Der "Merkur" hat eine Auflage von rund 248.000, die "tz" von 116.000 Exemplaren.

Für Print ist München ein umkämpfter Markt: Mitbewerber "Abendzeitung" ist nach Insolvenz und Neustart unter den neuen Eignern Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung und Dietrich von Boetticher in sehr verschlankter Form im vergangenen Jahr wieder in die Gewinnzone gefahren.

W&V Online/dpa

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