Nur vor den Gattungen Internet und Zeitschriften setzt Nielsen Media Research zum Jahresauftakt ein Minus bei den Bruttowerbeerlösen.
Nur vor den Gattungen Internet und Zeitschriften setzt Nielsen Media Research zum Jahresauftakt ein Minus bei den Bruttowerbeerlösen. © Foto:Screenshot Nielsen.com/de

Bruttostatistik | | von Petra Schwegler

Nielsen-Bilanz: Der Werbemarkt im Januar

Nielsen Media Research belegt nach Bruttozahlen einen überwiegend starken Start ins neue Werbejahr – besonders bei Kino, Mobile, Out of Home, TV und Radio. Diese Gattungen können damit ihren größtenteils guten Lauf aus dem Vorjahr fortsetzen oder Verluste wieder wettmachen. Insgesamt kommt für die klassischen Medien im Januar ein stattliches Plus von 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresstart bei den Bruttowerbeerlösen zusammen. Zwei Milliarden Euro wurden laut den Forschern im Januar in Werbung investiert - mehr als vor einem Jahr und das meiste davon für den Klassiker TV-Werbung. 

Die Zahlen im Detail: Die wenigen Minuszeichen kommen zum Auftakt des Bruttowerbejahres aus dem Internet, das sein Werbewachstum in Mobile verlagert hat, und aus dem Segment der Zeitschriften. Zumindest Brutto kann sich übrigens die große Gattung der Tageszeitungen - seit Jahren auf der Verliererseite - dieses Mal klar im Plus bewegen.

Ein immer dickeres Brett bohrt indes nach absoluten Zahlen das Fernsehen. Mit jetzt mehr als 865 Millionen Euro an Bruttowerbeumsatz in den ersten vier Wochen des Jahres sind im Vorjahresvergleich noch einmal fast 60 Millionen Euro mehr mit TV-Reklame umgesetzt worden. Nach Prozenten siegt indes das Kino, das zur Jahreswende mit dem siebten Teil der "Star Wars"-Reihe neue Besucherrekorde verzeichnen konnte: 52,9 mehr Bruttoumsatz als noch im Vorjahresjanuar erzielen die Lichtspielhäuser und Vermarkter mit großformatigen Kampagnen. Das reicht, um nach Prozenten Mobile abzuhängen (siehe Tabelle).

Weiter gilt im Januar, dass die Digitalisierung die Außenwerbung und Player wie Ströer massiv beflügelt. 13,2 Prozent mehr Bruttowerbeumsatz misst Nielsen im Januar mit Kampagnen auf Plakaten, Screens oder Flughafendisplays. Stark einstarten kann in diesem Jahr auch Radio: Die Gattung hatte im vergangen Jahr so manches Minus zu verkraften.

Als Top-Branche steht in der Nielsen-Bruttostatistik inzwischen der Bereich der Online-Dienstleistungen ganz oben - ein Trend, den das Media- und Marktforschungsinstitut Ebiquity fürs vergangene Jahr herausgearbeitet hat. Vor allem TV wächst dank der Werbung der Internet-Unternehmen. Laut Nielsen geben Reiseplattformen, Onlinehändler oder auch Partnerbörsen gegenüber dem Jahresstart 2015 brutto gut ein Fünftel (21,3 Prozent) mehr für Werbung in den klassischen Medien aus.

Größter Werbungtreibender laut Nielsen ist zum Jahresstart Procter & Gamble mit einem Viertel mehr Bruttospendings im Vergleich zum Januar 2015 (26,3 Prozent). Dahinter folgt Media-Saturn und auf Platz drei VW. Nach "Dieselgate" investieren die Wolfsburger Autowerber fleißig - sie gaben in den ersten vier Wochen des Werbejahres im Vergleich zu 2015 brutto 15,5 Prozent mehr aus. 

Nielsen-Bilanz: Der Werbemarkt im Januar

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