Reality und Fiction:
Sat.1 verfolgt Stalker und peppt den letzten Bullen auf
Zwei weitere Schritte hin zu mehr Quote? Sat.1 kauft in Schweden "Stalkers" ein und pimpt die Serie "Der letzte Bulle" mit einer kessen Blondine...
Sat.1 muss dringend einen Gang höher schalten – und helfen soll unter anderem ein neuer Lizenzeinkauf aus Schweden: Der Münchner Sender hat sich die Rechte für die Reality-Reihe "Stalkers" der schwedischen Produktionsfirma Strix gesichert. Darin gehe es um Menschen, die seit langem Opfer von Stalking sind und dringend Hilfe brauchen, teilt Sat.1 dazu am Mittwoch mit. Noch dieses Jahr soll das Format on Air gehen; ein genauer Starttermin steht noch aus.
Konzept: Ein Team aus Rechtsanwälten, Detektiven, Kriminologen und Psychologen kontaktiert den Stalker direkt, um ihn mit seinem Verhalten zu konfrontieren und ihn zu stoppen. In Schweden ist die Help-TV-Doku im vergangenen Jahr beim Privatsender TV3 den Angaben zufolge deutlich über Senderschnitt gelaufen. Eine dänische Adaption unter dem Titel "Forfulgt" sei 2012 ebenfalls erfolgreich gewesen.
Für die deutsche Version – sie könnte laut Sat.1 frühestes ab Sommer in der Primetime zu sehen sein – wird Familienanwältin Barbara von Minckwitz eingespannt, die den Zuschauern aus der Scripted-Reality "Familien-Fälle" bekannt sein dürfte. Sie sagt in "Stalkers“ den Stalkern den Kampf an. "Mit einem Experten-Team nimmt sie sich im ersten Fall einer Frau an, die seit sechs Jahren von ihrem Ex-Freund gestalkt wird - den vom Gericht vorgegeben Mindestabstand von 100 Metern ignoriert er täglich ...", kündigt Sat.1 an. Produziert wird die Doku von Imago TV. Betroffene werden bereits gesucht; Stalking-Opfer können sich unter stalking@sat1.de beim Sender melden.
Aber nicht nur im Reality-Bereich gibt es Verstärkung: Sat.1 bastelt an der Montagsserie "Der letzte Bulle“, die nach wie vor klar über Senderschnitt läuft. Bereits ab kommendem Montag sorgt die Österreicherin Franziska Weisz in der Reihe für Wirbel. „Als strenge Controllerin Stefanie Averdunk mischt sie die Kollegen im Präsidium auf, setzt den Rotstift bei jeder Büroklammer an und macht auch vor Micks heißgeliebtem Opel Diplomat nicht halt“, teilt Sat.1 mit.
Senderchef Nicolas Paalzow hat angekündigt, dass er vor allem Filmen in den kommenden Monaten an alte Werte anknüpfen möchte. Beim Blick auf die Januar-Marktanteile wird klar, wie wichtig es ist, den für ProSiebenSat.1 so wichtigen, Zielgruppen umspannenden Sender wieder auf Trab zu bringen: Sowohl bei den 14- bis 49 als auch beim Gesamtpublikum stehen nur noch einstellige Marktanteile im Buche - 9,1 beziehungsweise 8,2 Prozent. Übrigens: Mit Stalking hatte Sat.1 im Januar kein Händchen. Das Drama "Der Feind in meinem Leben" mit Kati Witt in der Hauptrolle, in der sie das eigene Stalking-Schicksal nachspielte, floppte beim Publikum komplett und sammelte nur rund fünf Prozent der jungen Zuschauer zur besten Sendezeit ein...