Zeitungs-Websites:
Vorteil "Bild": Buntes bindet im Netz besser
Bei Bild.de oder Express.de ist der Anteil der Nutzer, die pro Monat 100 Seitenabrufe und mehr erzielen, laut "pv digest" deutlich höher als bei Websites von "FAZ" oder "Welt".

Foto: pv digest
Stammkunden sind Mangelware: Die meisten Nutzer eines typischen Zeitungsangebotes im Internet besuchen die Website nur einmal pro Monat. Mehr als jeder fünfte Besucher nutzt dort pro Monat nur einen Beitrag - einen Text, ein Bild, ein Video oder Werbung. Betrachtet man die Anzahl der monatlich gelesenen Beiträge separat für die einzelnen Zeitungsgattungen - dann zeigt sich: Bei den Boulevardblättern ist der Anteil der Nutzer, die pro Monat 100 Seitenabrufe und mehr erzielen, deutlich höher als bei den regionalen und überregionalen Qualitätsangeboten. Umgekehrt sind es ausgerechnet die Websites von "FAZ", "SZ" und Co, die am meisten Leser anziehen, die sich pro Monat mit einem einzigen Beitrag zufrieden geben.
"Kurz gesagt: Boulevard bindet besser", resümiert der Vertriebs-Titel "pv digest". Er fasst diese Erkenntnisse auf Basis einer Analyse der Digitalmedia-Spezialisten von Conreri Consultants zusammen. Sie basiert auf Agof-Zahlen (2013 bis 2014). Dabei sind die Millionen-Reichweiten der Webangebote deutscher Tageszeitungen in Chartsätze aufgedröselt worden. "Verhältnismäßig ernüchternd", urteilt "pv digest" mit Blick auf das Eruierte.
Vorteil "Bild"? Durchaus: Ausgerechnet die Web-Angebote der Boulevardtitel würden die höchste "Ausschöpfung" verzeichnen. Damit bezeichnet Conreri Consultants das Verhältnis der täglichen Unique User zu den monatlichen Unique Usern. Aus Sicht von "pv digest" ist diese Kennzahl ein geeigneter Wert, um die Kundenbindungskraft einer Zeitungs-Website und damit die Kundenzufriedenheit zu messen. Boulevardtitel wie Springers "Bild" haben hier die Nase vorn, regionale Blätter halten noch gut mit, überregionale Zeitungen à la "Welt" hinken hier mit ihren Netzangeboten hinterher.
Weitere Details zur Analyse sind hier zu finden.