Tablet-Magazine | | von Manuela Pauker

Warum Tablet-Magazine nicht funktionieren

Die großen Hoffnungen, die die Verleger im Jahr 2010 zum Start des iPad hatten, haben sich nicht erfüllt: Digitale Magazine führen nach wie vor größtenteils ein Schattendasein; nur wenige Titel sind erfolgreich. Dass der erhoffte Kurz-Sprint zum Erfolg eher ein Marathon ist, zeigt auch eine Studie, die die Marketing-Community trnd im Auftrag der 3D Zeitschriften GmbH durchgeführt hat. Demnach lesen zwar 73 Prozent der Befragten Zeitschriften Online und/oder auf mobilen Geräten. Allerdings tun das nur 19 Prozent nach eigenen Angaben regelmäßig; 30 Prozent lesen auf diese Weise nach eigenen Angaben nur "ganz selten", 24 Prozent "hin und wieder".  Das Gerät der Wahl ist für die meisten Nutzer – neben dem PC und Laptop – das Smartphone: 57,4 Prozent geben ihm den Vorzug. Für 28 Prozent ist es das Tablet, für 6,8 Prozent der eBook-Reader. Das Potenzial wäre demnach vorhanden. 

Dass der Siegeszug der digitalen Magazine trotzdem so zäh verläuft, hat vielfältige Gründe. Zu den Hindernissen zählen unter anderem – nach wie vor – die immer noch niedrige Bereitschaft, für journalistische Inhalte zu bezahlen. Aber auch die fehlende Sichtbarkeit der Angebote sowie eine unübersichtliche Infrastruktur bei den Online-Kiosken bauen Barrieren beim potenziellen Käufer auf (siehe auch W&V 5/2015).  Viele Anbieter verbinden mit dem Start der neuen Kiosk-Angebote Blendle und Readly nun die Hoffnung, den Einstieg in die Nutzung von Digital-Magazinen zu erleichtern.

Trnd hat für die 3DZ GmbH, die selbst mit dem Online-Projekt Keosk im Markt vertreten ist, die Verbraucher im Rahmen der Studie auch nach der "idealen Flatrate" befragt. Die Teilnehmer der Studie sollten unter anderem bewerten, wie sie die Idee für eine Flatrate – allgemein sowie für einzelne Artikel zu einem bestimmten Thema – einstufen. Das Resultat: Auf einer Skala von 1 (sehr negativ) bis 7 (sehr positiv) gaben jeweils rund ein Viertel dem Konzept die beiden Bestnoten 6 und 7.

Der Gedanken, mehrere Magazine im Abo mit einem Flatrate-Preis zu kombinieren, kommt ebenfalls gut an. Als ideale Variante wird hier die Abrechnung in Zweier-Stufen gesehen – also zwei, vier oder sechs Magazine in einem Abo. Alternativ wird auch eine individuelle Abrechnung für gut befunden: Etwa die Hälfte der Interviewten könnte sich das am besten vorstellen. Mit der beschränkten Nutzungsdauer eines Titels die Flatrate preislich zu senken, wird grundsätzlich als positiv bewertet. Zu kurz darf das Zeitfenster allerdings nicht bemessen sein: Eine Dauer bis zu 24 Stunden kommt eher weniger an; am besten wird eine Nutzungsphase von bis zu einer Woche eingestuft. Dabei wird aber nicht jedem Segment ein gleich hohes Interesse entgegengebracht: Verlage können sich in erster Linie bei Lifestyle- und Frauentiteln auf eine vermehrte Nachfrage einstellen.

Mehr über die Entwicklung der eMagazine finden Sie in der aktuellen Printausgabe der W&V. Wollen Sie drei Ausgaben testen? Hier geht es zum Schnupper-Abo!

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