Eine von bundesweit 110.776 Presseverkaufsstellen: Mit der Ehastra ermittelt das Presse-Grosso, wo, wie und wieviele Zeitschriften und Zeitungen abgesetzt werden.
Eine von bundesweit 110.776 Presseverkaufsstellen: Mit der Ehastra ermittelt das Presse-Grosso, wo, wie und wieviele Zeitschriften und Zeitungen abgesetzt werden. © Foto:Bettina Theisinger

Handelsbilanz Ehastra | | von Petra Schwegler

Weniger Läden mit mehr Zeitschriften in größeren Regalen

Der Strukturwandel im stationären Handel hinterlässt weiterhin seine Spuren im Presseeinzelhandel: Bundesweit waren im vergangenen Jahr 2651 Presseverkaufsstellen weniger am Markt aktiv als ein Jahr zuvor. Laut der jetzt veröffentlichten Einzelhandelsstrukturanalyse (Ehastra) entspricht dies einem Rückgang der Verkaufsstellen von Zeitungen und Zeitschriften um 2,3 Prozent.

Neu in der Ehastra 2015 sind Vergleichsdaten zu den 2014 eingeführten Kennzahlen für das Sortimentsmanagement des Pressegroßhandels. Daraus lässt sich entnehmen, dass sich die Präsentationsauslastung im Lebensmitteleinzelhandel - insbesondere in den großen Supermärkten und SB-Warenhäusern - verbessert hat.

Hier die wichtigsten Ergebnisse der Ehastra 2015 im Detail:

- Die durchschnittliche Präsentationsfläche der zeitschriftenführenden Einzelhändler liegt für das Jahr 2015 bei inzwischen 24,39 "Gesamt-Bordmetern" pro Verkaufsstelle - ein Zuwachs zum Vorjahr um fünf Zentimeter.

- Die Sortimentsbreite Presse wuchs dabei um durchschnittlich 1,2 auf 229 Titel, das Zeitschriftensortiment nahm um durchschnittlich 2,8 auf 194,9 Titel zu. Die rechnerische Maßgröße der Präsentationsfläche je Objekt - "Schuppungsgrad" genannt - beträgt für diese Händler durchschnittlich 10,65 Zentimeter (2014: 10,68).

- Die Anzahl der Einzelhändler mit Zeitungen und Zeitschriften im Sortiment ist laut der Ehastra zufolge überproportional zurückgegangen. 88.020 so genannte ZZ-Kunden (inkl. Facheinzelhändler) werden 2015 noch ausgewiesen, 2614 Händler weniger als im Vorjahr. Dies entspricht aber weiterhin 79,5 Prozent aller Presseverkaufsstellen. Der Anteil reiner Zeitungskunden ist im Betrachtungszeitraum mit nun 19.872 Einzelhändlern (EH) auf 17,9 Prozent gestiegen.

- Nach Geschäftsarten verzeichnen die Drogeriemärkte den größten Zuwachs (um 117 auf nun 1151 Einzelhändler). Es folgen die großen Supermärkte (1000 bis 2499 Quadratmeter Verkaufsfläche) mit einem Zuwachs um 106 Einzelhändler und die großen Tankstellen (75 Quadratmeter und mehr), die um 46 Stationen zulegten. Die seit 2014 ausgewiesenen Bio-Supermärkte erfahren in diesem Jahr einen Zuwachs um 38 Verkaufsstellen.

- Das Sterben der kleinen Läden wird auch hier deutlich: Bäckereien (minus 673 Shops) verzeichnen in der Ehastra den größten absoluten Rückgang vor Kiosken (minus 433 Einzelhändler), Presse-Fachgeschäften (minus 425 Verkaufsstellen) und kleinen Lebensmittelgeschäften (minus 319 Einzelhändler).

- Die wirtschaftliche Relevanz der einzelnen Geschäftsarten sei sehr unterschiedlich, heißt es. Die Pressefachgeschäfte mit einem Verkaufsstellen-Anteil von 11,4 Prozent erwirtschaften 22,8 Prozent des gesamten Presseumsatzes in Deutschland. Die Geschäftsart Supermärkte/Lebensmitteleinzelhandel erlöst mit einem Anteil von 13,5 Prozent ein gutes Viertel (25,2 Prozent) des Umsatzes. Während Bäckereien 25 Prozent aller Presse-Verkaufsstellen ausmachen, beträgt ihr Umsatzanteil lediglich sieben Prozent.

- Das vom Pressegroßhandel entwickelte Efficient-Consumer-Response-Verfahren namens "Verkaufstägliche Marktbeobachtung am Point of Sale"wird von immer mehr Verkaufsstellen genutzt. Mit jetzt 18.896 Einzelhändlern melden 991 Händler mehr als noch im Jahr 2014 ihre täglichen Bon-Verkaufsdaten. Dies entspricht 17,1 Prozent aller Presseverkaufsstellen in Deutschland. Sie vereinen 40 Prozent des gesamten Presseumsatzes auf sich.

Zum Hintergrund: Der deutsche Pressegroßhandel hat zur Kalenderwoche 39/2015 die jährliche Vollerhebung des Zeitungs- und Zeitschrifteneinzelhandels in der Bundesrepublik durchgeführt. Die Pressegroßhändler belieferten zum Zeitpunkt der Erhebung bundesweit 110.776 Presseverkaufsstellen. Die Vollerhebung des deutschen Zeitschriften- und Zeitungseinzelhandels wird seit 1970 durchgeführt; seit dem Jahre 1999 unter Herausgeberschaft des Bundesverbandes Presse-Grosso.

Weniger Läden mit mehr Zeitschriften in größeren Regalen

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