Deutsches Bündnis Kindersoldaten | | von Petra Schwegler

Werbung bei Bravo: Kinderrechtler attackieren Bundeswehr

Dass die Bundeswehr erneut im Umfeld des Bauer-Jugendmagazins "Bravo" wirbt, ruft Kinderrechtler auf den Plan. "Das Deutsche Bündnis Kindersoldaten kritisiert die verharmlosende Form der Nachwuchswerbung der deutschen Bundeswehr", heißt es in einer Mitteilung der Organisation vom Donnerstag. Mit Begriffen wie "Action", "Adventure", "Team-Challenge" und "Sport am Strand" werbe die Bundeswehr - wie bereits 2012 - im Jugendmedium beziehungsweise im Online-Auftritt für ihre so genannten Adventure Camps, heißt es. "Dagegen ruft das Deutsche Bündnis Kindersoldaten zum Protest auf", so die Kinderrechtler.

Kern der Kritik: Die Zielgruppe der aktuellen Werbemaßnahmen des Militärs sei erschreckend jung. Das Bündnis macht die Kernleserschaft der "Bravo" bei den Zwölf- bis 17-Jährigen aus. Auch Zehnjährige würden das Blatt lesen, so die Aktivisten. Sie rechnen für die Bundeswehr-Reklame vor: "Viel Geld fließt in derartige Werbemaßnahmen für Minderjährige. Im Jahr 2012 hatte der Bauer-Verlag nach Angaben der Bundeswehr 215.000 Euro für die Werbung erhalten. Die Camps, für die sich 16- bis 19-Jährige bewerben können, kosteten damals weitere 40.000 Euro. Die Kosten der aktuellen Kampagne sind nicht bekannt."

Dem Deutschen Bündnis Kindersoldaten stößt vor allem die Machart der Bundeswehr-Kampagne auf: "Die in der Werbung verwendeten Bilder zeigen Sommer, Sonne, Strand und Meer und haben mit der Realität von Militäreinsätzen nichts zu tun. Die im Kriegsgebiet drohenden Gefahren wie Verwundung, Tod, Traumatisierung oder das Töten von Menschen werden in der Kampagne nicht angesprochen. "Militärwerbung bei Minderjährigen, vor allem wenn sie so einseitig und realitätsfern" sei wie die der Bundeswehr in der "Bravo", sei nicht nur ethisch fragwürdig – "sie ist auch nicht mit den völkerrechtlichen Verpflichtungen der UN-Kinderrechtskonvention vereinbar", moniert Ralf Willinger, Kinderrechtsexperte bei Terre des Hommes und Sprecher des Deutschen Bündnis Kindersoldaten.

Willinger weist darauf hin, dass der Ausschuss für Kinderrechte der Vereinten Nationen Deutschland im Februar offiziell aufgefordert habe, jegliche Bundeswehrwerbung bei Minderjährigen zu verbieten. Außerdem sei der Staat aufgerufen worden, das Rekrutierungsalter auf 18 Jahre zu erhöhen. Noch immer würden jährlich rund 1000 Minderjährige freiwillig ihren Dienst bei der Bundeswehr antreten, obwohl sie "weder psychisch noch körperlich für den Militärdienst geeignet" seien. Zur Abschreckung hat Terre des Hommes folgendes Video auf Youtube platziert:

Neu ist die Kritik der Kinderrechtler an der Bundeswehr und ihren Werbemaßnahmen rund um den Nachwuchs nicht. Auch 2012 stieß der Auftritt im Umfeld der "Bravo" massiv auf.

Werbung bei Bravo: Kinderrechtler attackieren Bundeswehr

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