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ADC: "Die Welt hat sich verändert"
Der ADC steckt in der Krise. Vorstandssprecher Amir Kassaei wirft hin, zuletzt hat Charly Leske das Finanzgebahren des Vorstands heftig kritisiert, die Mitglieder attackieren sich gegenseitig. Gleichzeitig bemüht sich der Kreativenclub um einen Neuanfang. Es gibt Pläne, den Vorstand neu zu strukturieren. Künftig sollen neben sechs Regionalvertretern auch sechs Repräsentanten verschiedener Fachbereiche in dem Führungsgremium sitzen. Sollten die Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung im Herbst dem Plan zustimmen, könnten neben der Werbung auch Editorial, Event-Kommunikation im Raum, Design, Digitales sowie Lehre & Forschung ihren eigenen "Sitz" im Vorstand haben.
Im November entscheidet die Mitgliederversammlung auch über die Nachfolge Kassaeis und die Gestaltung von Ausstellung und Award-Show. Darüber, wo das Ganze stattfindet, wollte sich der Art Directors Club für Deutschland dieser Tage Gedanken machen. Im Finale um die Ausrichtung der Award Show stehen München und Frankfurt. Zu diesen und anderen Themen nimmt Jochen Rädeker im W&V-Interview Stellung. Rädeker ist ADC-Vorstand und geschäftsführender Gesellschafter der Agentur Strichpunkt in Stuttgart. Ihn hatte Amir Kassaei für seine Nachfolge ins Gespräch gebracht.
W&V Herr Rädeker, was ist bloß los in Ihrem Club? Es herrscht großes Durcheinander...
Rädeker Der ADC ist ein Club der kreativen Elite. Bei uns sind 550 Alphatierchen an Bord. Dass es da hin und wieder Auseinandersetzungen gibt, ist ganz normal.
W&V Vor allem, wenn die Mitglieder von wichtigen Entscheidungen erst aus der Presse erfahren.
Rädeker Die Art und Weise, wie wir intern kommuniziert haben, war sicher nicht immer gut. Darüber müssen wir reden.
W&V Kaum ist Amir Kassaei weg, agiert der Club kopflos.
Rädeker Das ist nicht der Fall. Wir führen eine inhaltliche Debatte, wie wir, die Kommunikationsbranche, uns in einer von der Krise durchgeschüttelten Welt aufstellen. Und das ist auch gut so. Die Antwort darauf geben wir u.a. mit dem Plan, Fachsektionen zu gründen, die dann auch im Vorstand vertreten sind.
W&V Künftig sollen sechs Fachvertreter neben sechs Repräsentanten der Regionen im Vorstand sitzen.
Rädeker Der ADC öffnet sich damit für Experten jenseits der Klassik. Das Thema Öffnung hat Sebastian Turner schon vor sechs Jahren angestoßen, Michael Preiswerk und Amir Kassaei haben es weiter verfolgt.
W&V Trotzdem wird ein ADC o h n e Amir Kassaei im Markt nicht so gehört werden wie ein ADC m i t Amir Kassaei. Der Mann war einfach laut, hat mitunter polarisiert.
Rädeker Solange das eine inhaltlich bereichernde Stille ist, tut uns das für kurze Zeit sicher gut. Wir müssen nicht lauter, dafür wieder mehr mit einer Stimme sprechen.
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Breyer Redakteur










