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Cannes 2009: Deutschland wird zur Design-Nation
Fünfmal Gold, zweimal Silber, fünfmal Bronze – Deutschland steckt in der Kategorie alle anderen Nationen in die Tasche. „Design is about communication in a simple way that talks to everybody in the world“, definiert Design-Juror Alberto Baccari von TW2 den Begriff Design. Den Deutschen scheint das gelungen zu sein. Nach acht Löwen im vergangenen Jahr können die Designer noch vier Löwen oben drauf legen.
Selbst erfolgreiche Design-Länder wie die USA oder Großbritannien können da nicht mithalten. Großbritannien sichert sich zehn Löwen, die Vereinigten Staaten neun Trophäen. Insgesamt hat die Jury unter Präsidentin Sylvia Vitale Rotta von Team Creatif 83 Löwen vergeben, Im vergangenen Jahr, dem ersten Jahr, in dem die Kategorie Design stattfand, waren es 39 Arbeiten gewesen. „Im vergangenen Jahr wurde ausprobiert, was in der Kategorie Design möglich ist“, stellt Vitale Rotta fest. Im Vergleich dazu seien die Arbeiten in diesem Jahr qualitativ hochwertiger und zeitgemäßer gewesen.
Herausragend für die Jury war in diesem Jahr Nike Hongkong. McCann Worldgroup Causeway Bay entwickelte für die Basketballliga in Hongkong Plakate, die durch Siebdrucktechnik einen besonderen Look bekommen. Zusätzlich realisierten die Spieler die Kampagne, in dem sie mit ihren eigenen Händen die Plakate bedruckten und so Unikate entstehen ließen. Zum Grand Prix vergab die Jury 22 mal Gold, 22 mal Silber und 38 mal Bronze.
Zweimal Gold für Deutschland geht an die schon im Vorfeld als Favorit gehandelten Arbeiten der Berliner Agentur Art+Com für das BMW-Museum München. Über Gold freut sich auch Scholz & Friends Hamburg für „The Alpina Wall Calendar 2009“, Serviceplan München für den „Onion Calendar“ von Wüsthof und dyrdee Media, Berlin, für „Nick Idents“ des Kundens MTV Networks. Jeweils einen silbernen Löwen gewinnen Serviceplan Hamburg für „Procontra“ der Leadacademy und Serviceplan München für „Dr. Moellers Quince“ für die Schnapsbrennerei Dr. Thorsten. Zu den Bronzegewinnern zählen Lukas Lindemann Rosinski für das eigene CI „Size Matters“, Das Comitee für „Faces of Evil“, Gürtlerbachmann für den Kunden Roland Berger mit „Every story has a beginning“, Jung von Matt für die „St. Paulis Chapel“ und Kolle Rebbe für „Honeytube“ für den Kunden Anthonys Garage.
„Es wäre schön, wenn künftig mehr Design-Agenturen und weniger Werbeagenturen in der Kategorie einreichen würden“, sagt der deutsche Vertreter in der Jury, Mirko Borsche von Bureau Mirko Borsche. Denn: „Es haben unheimlich viele herausragende Arbeiten von Designern gefehlt.“ Grund dafür könnte seiner Meinung nach unter anderem sein, dass die Einreichungsgebühren für Designer viel zu hoch seien oder auch, dass Preise auf einem Festival wie Cannes eine zu geringe Bedeutung für die Design-Branche haben. Vieles fände in der Szene mittlerweile auf Blogs statt, da seien die Festivals weniger im Blick der Branche. Doch insgesamt kann Borsche auch viel Positives mitnehmen: „Die Design-Sprache ist international nicht mehr so unterschiedlich“, stellt er fest. Und zieht sein Resümee: „Ich würde im kommenden Jahr gerne wieder kommen.“ (lhe)
Breyer Redakteur













