Vor diesem Hintergrund wird das deutsche Ergebnis noch wertiger. Fünf statt im vergangenen Jahr sieben Löwen waren es 2008, damals war kein Gold dabei, dafür dreimal Silber und viermal Bronze. Außerdem waren aus Deutschland statt wie im Vorjahr 661 lediglich 498 Einreichungen an der Côte d’Azur eingegangen.

„Gute Printwerbung lebt von einer guten Idee, die berührt, und von einer guten Umsetzung“, sagt Schmidt. Das haben die Deutsche in diesem Jahr augenscheinlich richtig gemacht, aber auch viele andere Nationen, unter denen keine dominiert.

Der Grand Prix geht an Frankreich nach Paris. Fred & Farid hatte für Wrangler eine Print-Kampagne entwickelt, die die Umpositionierung der Marke begleitet. „We are animals“ lautet seit einiger Zeit der Claim der einstigen Cowboy-Marke. Im Auftritt zu sehen sind Menschen in wilder Natur, die sich wie Tiere geben. „Keine andere Kampagne hat die DNA der Marke so gut transportiert wie die Arbeit von Fred & Farid“, sagt Aust-raliens Juror Jay Benjamin, ECD von Leo Burnett. „Die Kampagne hält den Augenblick einer Welt fest, ein Gefühl“, ergänzt Schmidt. „Die Idee steht für ein ganzes Unternehmen“. Das, sagt der deutsche Juror, sei einzigartig.


Conrad Breyer, W&V
Autor: Conrad Breyer

Er kam über Umwege zur W&V. Als Allrounder sollte er nach seinem Volontoriat bei Media & Marketing einst beim Kontakter als Reporter einfach nur aushelfen, blieb dann aber und machte seinen Weg im Verlag. Conrad interessiert sich für alles, was Werber- und Marketer:innen unter den Nägeln brennt. Seine Schwerpunktthemen sind UX, Kreation, Agenturstrategie. Privat engagiert er sich für LGBTQI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine.