Cannes-Juror Karl-Heinz Heuser: "PR ist immer noch ein Exot"
In der Kategorie PR vertritt Karl-Heinz Heuser in Cannes die deutschen Werber. Der CEO von Burson-Marsteller sitzt das erste Mal in einer Jury des Festivals. Und kämpft wie ein Löwe um mehr Anerkennung für seine Disziplin.
Selbst hat er noch keinen Löwen gewonnen, aber Ende Juni wird er in Cannes dafür sorgen, dass andere den einen oder anderen Löwen in Gold, Silber oder Bronze mit nach Hause nehmen dürfen: Karl-Heinz Heuser, CEO von Burson-Marsteller, der PR-Agentur des WPP-Networks, sitzt als Juror in der PR-Jury. Seine Intention bei seiner Arbeit an der südfranzösischen Küste: Den "Werbern" zeigen, dass auch PR sehr kreativ sein kann und damit ihre Berechtigung im Gewirr der vielen verschiedenen Kategorien hat.
"PR ist im Umfeld der Werbung immer noch ein Exot und muss sich in der kreativen Zunft noch emanzipieren", stellt er fest. Denn ein Problem der Kategorie sei es, dass Arbeiten rund um das Thema Public Relation nicht so plakativ sind wie eine große, sichtbare Kampagne. Das Fehlen eines ersten, intensiven Eindrucks, die Notwendigkeit, sich mit den Arbeiten länger und konzentrierter zu beschäftigen, habe aber nichts mit fehlender Kreativität zu tun, betont Heuser.
2005 heuerte Heuser bei Burson-Marsteller an, nachdem er zuvor CEO von Weber-Shandwick gewesen war. 1985 war Heuser in der PR gestartet, nachdem er unter dem Namen PR Bonn PR Berlin seine eigenen Firmen gegründet und unterhalten hatte - Ende der 90er Jahre übernahm Weber-Shandwick die Agenturen und ernannte Heuser zum CEO.