Mehr Aktuelles aus

.

Vom Kreativindex bis zum Werbebarometer: Die wichtigsten Infografiken und Branchen-Rankings auf einen Blick. mehr...

Services

Social Media Marketing mehr...

29.90 EUR


Die Krise erreicht die Agentur-Branche

Die Krise erreicht die Agentur-Branche

veröffentlicht am 16.04.2009 um 11:50 Uhr · Agenturen · Artikel

Die Angst vor Arbeitsplatzverlust macht sich in den Agenturen breit. Seit dem Platzen der Dot-com-Blase 2001/02 sehen sich Werber erstmals wieder in größerem Umfang von Arbeitslosigkeit bedroht. Viele Agenturen nutzten den Termin zum 31. März für Kündigungen.
Bei Jung von Matt in Hamburg sind laut Personalchefin Inka Wittmann 20 von rund 400 Mitarbeitern betroffen, Draft FCB soll von rund 180 Angestellten 17 Leuten gekündigt haben. Aus den eigenen Reihen wird jedoch von 30 gesprochen, weil – so heißt es – Einnahmen der Etats von Royal Bank of Scotland, Camel und Olympus auf Null gehen. Jetzt hat Audi gekündigt, und Großkunde Beiersdorf will sich auch anderen Agenturen öffnen. Von der neuen Beiersdorf-Regelung, so CEO Peter John Mahrenholz, sei man – bislang – nicht betroffen. Vielmehr habe Draft FCB das internationale Geschäft ausbauen können.
Auch die zweite Beiersdorf-Stammagentur TBWA will davon – noch – keine Nachteile haben. Aber das Omnicom-Network erhielt die Tage die Kündigung des Rahmenvertrags mit BMW bis Ende 2009. Konkret betroffen: die gut 20 Mitarbeiter, die bei der TBWA-Tochter MAB in Berlin die klassische Werbung von BMW betreuen. Offen ist zudem die Zukunft der etwa 30 Kollegen, die sich um die Literatur kümmern.
Wie bei anderen Branchen auch, werden "Personalanpassungen" ungern kommuniziert. Vor allem, wenn sie – wie derzeit bei vielen Agenturen – schleichend vollzogen werden. So dampft Interone seit Monaten die Truppe ein, versüßt in Einzelfällen auch mit attraktiven Summen den Ausstieg einzelner Kollegen. Oder es wird geschwiegen. So heißt es bei den Online- und Dialogspezialisten von Red Urban auf die Frage, in wieweit der Wechsel des Kunden Vodafone von JWT zu Scholz & Friends Auswirkungen bei ihnen habe, schlicht: no comment.
Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, selbstverständlich gibt es aber auch die Ausnahmen. Von dem noch im Frühjahrsmonitor des Agenturenverbands GWA prognostiziertem Null-Wachstum für 2009 hat sich die Branche jedenfalls längst verabschiedet. Es war wohl mehr ein "Stimmungsbild", geprägt vom Vorjahresgeschäft, als ein ernst zu nehmender Forcast, nimmt Mahrenholz, seines Zeichens GWA-Präsident, die Mitglieder in Schutz.
Anzeichen, dass die Konjunktur anspringt, gibt es nicht. "Die Krise hat die Agenturbranche längst erreicht", sagt Serviceplan-Hauptgeschäftsführer Florian Haller: "Wer das nicht zugibt, ist fernab jeder Realität." Auch die Münchner kommen nicht um Kündigungen herum, wenngleich Haller nicht von einem "Breitenphänomen" sprechen will. Vor allem die Klassik und Agenturtöchter mit Projektgeschäft seien betroffen.
Eine schleichende Marktbereinigung hat eingesetzt: Insolvenzen der TC-Gruppe in Ludwigsburg, The Gate in Düsseldorf, der kleinen Hamburger Viaduct und einer Bielefelder Traditionsagentur sind erste, alarmierende Anzeichen. "Ich würde die Welt nicht verstehen, wenn es nicht mehr Insolvenzen gäbe", sagt Grey-Chef Uli Veigel.
Mehr lesen Sie in der aktuellen W&V. (EVT: 16. April)

Social Bookmarking
Bookmark bei: Mr. Wong Bookmark bei: Facebook.com Bookmark bei: Google Bookmark bei: Yahoo Bookmark bei: WebNews Bookmark bei: Oneview Bookmark bei: Linkarena
Anzeige