Eindrücke aus Cannes: Kräftesparen vor den ersten Events
Noch liegt das Werbefestival an der französischen Mittelmeerküste in einem Dornröschenschlaf. Noch bestimmen die Jungwerber die Szene.
Noch liegt das Werbefestival an der französischen Mittelmeerküste in einem Dornröschenschlaf. Kein Wunder - bei den meisten Werbern hält sich nach wie vor die Meinung, dass die große Show erst am Mittwoch beginnt. Die Einzigen, die sich bis jetzt also hier sehen lassen, sind hochmotivierte Jungwerber und die zu den Trendsettern des Festivals hochgespielten Asiaten.
Bemerkbar hat sich die Noch-Leere bereits am Sonntagabend gemacht: Flip-Flop-tragende Youngsters mit Pudelmütze und Baggy-Bermudas mischten sich in den Restaurants unter die Touristen in weißen Tennissocken und Sandalen. Die Martinez-Bar dagegen, seit jeher der Treffpunkt der deutschen Werber blieb gestern Abend verwaist. Offensichtlich hat sich die In-Lokalität bis jetzt nicht zu den Neuen in Cannes herumgesprochen. Und die alten Hasen haben noch keine Zeit, die Nachwuchswerber einzuführen, sind sie doch mit Jurysitzungen beschäftigt. "Bis Dienstag arbeite ich hier und dann genieße ich Cannes", hatte Christian Daul, Chef-Kreativer von Y&R Frankfurt schon im Vorfeld verlauten lassen. Er sitzt in der Outdoor-Jury, die morgen Abend ihre Löwen verleiht.
Auch Jana Liebig, CCO von Philipp und Keuntje, hat bis heute Abend noch alle Hände voll in der Direct-Jury zu tun. "Auch die Großen kochen nur mit Wasser", gesteht sie.
Während die Juroren arbeiten, erwacht das Festival lagsam zum Leben. Auf der Croisette tummeln sich morgens um sieben die Jogger. Und auch unter ihnen ist keiner der erfahrenen Cannes-Reisenden zu finden. Kein Wunder, wer hier schön öfter war, weiß, dass es darum geht, sich die Kräfte einzuteilen. Frühsport machen also wieder nur die jungen Wilden (erkennbar am Cannes-T-Shirt) oder die Asiaten.
Die Fotos stammen von Getty Images und Boris Bullwinkel/WerbeWeischer.