DLD: Mozilla-Chefin Baker gewinnt den Aenne Burda Award
Traditionell wird am ersten Konferenztag der Aenne Burda Award verliehen. Die diesjährige Preisträgerin heißt Mitchell Baker.
Am Nachmittag sprach Mitchell Baker noch auf einem Panel des DLD. Am Abend erhielt die Leiterin des Mozilla-Projekts den Aenne-Burda-Award. Vormalige Preisträgerinnen waren Esther Dyson (EDventure), Martha Stewart (Martha Stewart Living), Caterina Fake (Flickr) und Marissa Mayer (Google). Mit der Preisverleihung wurde der erste Tag der gut besuchten Digital-Life-Design-Konferenz beendet.
Noch während Hubert Burda die Konferenz am frühen Nachmittag eröffnete, drängten sich die Besucher vor dem Eingang. Burda standen die beiden DLD-Macher Stephanie Czerny und Macel Reichart zur Seite, die danach abwechselnd durch das Programm führten.Zum Auftakt der DLD Conference in München hat Verleger Hubert Burda seine Aussage aus dem letzten Jahr bekräftigt. Er sagte damals, im Web seien nur "lousy pennies" zu verdienen. Das gelte heute immer noch. Und deshalb werde sich Burda verstärkt dem Thema E-Commerce widmen. Die aktuelle Zeit können mit der Revolution verglichen werden, die Gutenberg im 15. Jahrhundert mit der Erfindung der Druckerpresse eingeleitet habe.
Sein Co-Chairman der Veranstaltung, Internet-Entrepreneur Josi Vardi, sprach von "disruptive times". Diese Umwälzungen würden ganze Industrien zerstören. Niklas Zenström, Gründer des Internet-Telefonie-Dienstes Skype, sprach lieber von Veränderungen, die mehr Effizienz schaffen. Technik, Marketing oder Regulation - in diesen und anderen Bereichen fänden durch das Web Veränderungen statt. Aber neuen technischen Möglichkeiten würden Entrepreneuren schlicht einen Wettbewerbsvorteil verschaffen - und das sei das ganze Geheimnis der Veränderungen.
Die Besucher bekamen wieder internationale Refenten zu hören: So diskutierten im ersten Panel die spätere Preisträgerin Mitchell Baker mit Wikipedia-Gründer Jimmy Wales und Skype-Gründer Niklas Zennström über das Thema Revolutionäre. DLD-Chairman Joseph Vardi übernahm die launige Moderation.
Dass sich der DLD auch mit gesellschaftlichen Themen auseinandersetzt, zeigten die nächten Programmpunkte. So sprach die Charity-Expertin Claudia Gonzales über die immer wichtiger werdende Rolle des Social Media im Bereich Spenden-Sammeln und Chrarity. Als Beispiele nannte sie das Geo-Targeting, das Hilfsprojekte auf virtuellen Plattformen verortet und erlebbar macht. Auch Video-Nachrichten von Flüchtlingen und Helfern über das Internet zugänglich gemacht, kann die Betroffenheit und die Hilfsbereitschaft stark erhöhen. Ein wenig branchen-fremd wirkte zunächst die Vorstellung des Solar-Projekts Desertec durch Nikolaus von Bomhard, Manager der Münchner RE. Allerdings zeigten zahlreiche Fragen das Interesse des Publikums an dem Zukunftsthema. Viel Charme hatte auch das finnische Vater-Sohn-Interview mit Nokia-Vice-President Marko Ahtissari und dem Nobelpreisträger Martti Ahtissari.