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Flipboard: das neue Twitter-Gefühl

veröffentlicht am 25.08.2010 um 17:00 Uhr · Digital · Artikel

Für die PR ist das gleichermaßen Chance wie Herausforderung. Denn die optimale Nutzung von "Flipboard" erfordert einen anderen Umgang mit Twitter als bisher. Hashtags und kurze Statements verlieren an Bedeutung. Gefragt sind zunehmend multimediale Inhalte. Die Nutzung von Twitter allein greift zu kurz, vielmehr müssen nachgelagerte Web-Angebote stärker integriert werden. Vor allem Corporate Blogging unter Einbindung hochauflösender Fotos und Videos kann via Twitter auf "Flipboard" beeindruckende Ergebnisse liefern. Der Corporate-Twitter-Account kann so zum umfassenden CP-Tool werden, zum Unternehmensmagazin, das abonniert wird und keine Produktionskosten verursacht. Denn: Für "Flipboard" müssen im Prinzip keine neuen Inhalte erschaffen, sondern vorhandene lediglich in Twitter eingebunden werden. Den Rest erledigt "Flipboard".

Hintergrund

"Flipboard" bezeichnet sich als „weltweit erstes soziales Magazin“. Die bislang ausschließlich für Apples iPad verfügbare Applikation stellt den Newsfeed sozialer Netzwerke im Stile eines Printmagazins dar, inklusive angeteaserter Artikel, der Einbindung von Fotos und direkt in der Applikation abrufbaren Videos. Die Steuerung erfolgt ebenfalls wie in einem Printmagazin durch Blättern per Finger-Touch. Die Auswahl und Anordnung der Inhalte wird von einem Algorithmus gesteuert, der der chronologischen Verbreitung der Inhalte folgt. In Zukunft soll hier jedoch der Relevanz und Beliebtheit von Informationen mehr Gewicht beigemessen werden. Aktuell lassen sich neun individualisierte Magazine erstellen. Neben dem eigenen Facebook- und Twitter-Account können sieben weitere Twitter-User oder –Listen in den Dienst eingebunden werden. Für andere Netzwerke oder RSS-Abonnements ist "Flipboard" bislang nicht offen. Die Nutzung von "Flipboard" ist kostenlos, die App will sich in Zukunft durch Anzeigen finanzieren.

Da sich die Applikation über Anzeigen finanzieren will, wird "Flipboard" in Zukunft auch für Werbetreibende interessant. Wie die Werbung dann integriert wird und wie zielgruppengenau dies gelöst werden kann, ist noch unklar. Noch mehr als bei anderen iPad-Publikationen wird es bei "Flipboard" darauf ankommen, die Werbeformen den technischen Möglichkeiten von Apples Tablet-PC anzupassen, um eine optimale Intergation in das Angebot zu erzielen. Erste Bedenken zur Werbefinanzierung von "Flipboard" kamen hierzulande zwar bereits vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), der hinsichtlich der kostenfreien Integration anzeigenfinanzierter Online-Angebote in ein fremdes Werbeumfeld Fragen des Urheberrechts und des Leistungsrechtsschutzes aufwarf. Anja Pasquay, Pressereferentin des BDZV, relativierte diese Sorge gegenüber der dpa aber und wies auf die positive Wirkung von "Flipboard" auf die Zugriffszahlen der Online-Angebote hin. Da die angeteaserten (Text-)Inhalte auf die Oringinalquellen und damit in das originäre Werbeumfeld weitergeleitet werden, könnte sich "Flipboard" auch für die Anbieter werbefinanzierter redaktioneller Inhalte als nützlich erweisen.

"Flipboard" hat also durchaus das Potenzial, der Kommunikation von Unternehmen mit ihren Zielgruppen dienlich zu sein – sofern sich jene auf die Möglichkeiten, die ihnen die Applikation bietet, einstellen. Der Wert von "Flipboard" für PR und Werbung wird nicht zuletzt davon abhängen, wie viele Menschen die Applikation nutzen. Noch befindet sich "Flipboard" in einer Art Beta-Phase. In welche Richtung die App weiterentwickelt wird, steht noch in den Sternen. Momentan hat nur der kleine Kreis der iPad-Besitzer Zugriff auf "Flipboard". Eine iPhone-Version ist geplant und auch andere Smartphones oder Tablet PCs könnten folgen. Auch eine Erweiterung der Abonnenemtmöglichkeiten ist bereits in der Diskussion. Hier wurde von Nutzerseiten vor allem der Ruf nach der Integration einer größeren Zahl an Channels sowie die Implementierung von RSS-Feeds laut.

Autor: Daniel Kreuscher, Zucker Kommunikation, Berlin

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