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Renate Gerdes darf nun doch werben: für Schwarzkopf statt für L`Oréal.
Renate Gerdes darf nun doch werben: für Schwarzkopf statt für L`Oréal.

Social-Media-Coup von Henkel

veröffentlicht am 11.11.2011 um 11:25 Uhr · Digital · Artikel

Beim L’Oréal-Model-Contest auf Facebook erhielt die 71-Jährige Renate Gerdes zwar die meisten Stimmen, wurde aber aus dem Wettbewerb ausgeschlossen. Nun hat Konkurrent Henkel zugeschlagen und die sympathische Dame zum Gesicht der "Haare50Plus"-Artikel von Schwarzkopf gemacht. Dieser Umstand wird zwar den wenigsten Damen mit dünner werdendem Haar bekannt sein, doch in der Social-Media-Szene wurde die Aktion als großer Coup gefeiert. Der bekannte Podcaster Alex Wunschel hat den Zusammenhang in seinem Blog aufgedeckt. "Ich zeige das Beispiel L’Oréal häufig bei Social-Media-Workshops, daher hatte ich sofort den Verdacht, dass es sich bei Renate Gerdes um dieselbe Person handelt", so Wunschel gegenüber W&V Online.

Dass bei Model-Contests im Social Web nicht immer die schönste Teilnehmerin gewinnt, ist spätestens seit dem Fall Otto bekannt. Beim Otto-Facebook-Modelcontest wurde damals ein Mann in Frauenkleidern zum Sieger gewählt. Der Händler bewies Humor und zog die Aktion durch. "Brigitte" durfte zwei Wochen lang die Otto-Fanpage schmücken. Kurze Zeit später, Anfang 2011, brachte bei L’Oréal die Suche über Facebook nach einem Model für die Colorations-Produkte “Sublime Mousse” ebenfalls ein unerwünschtes Ergebnis. Der Kosmetikkonzern reagierte allerding nicht so souverän wie Otto und entschied sich für eine andere Kandidatin. Zwar soll es Termine mit Renate Gerdes gegeben haben, die dann aber jeweils kurzfristig abgesagt wurden. Kurz: sie wurde allem Anschein nach nicht gerade fein von L’Oréal behandelt.

Bei Henkel beobachtete man das Geschehen mit großem Interesse und entschied sich, mit Renate Gerdes Kontakt aufzunehmen. Jetzt wirbt sie für Haarspray, Shampoo & Co. der Marke Schwarzkopf – und das auch noch auf eine für Best-Ager-Produkte recht innovative Art. Auf Youtube gibt es nicht nur verschiedene Anwendungs-Videos, sondern auch persönliche Aufnahmen, die Renate Gerdes in den Mittelpunkt stellen. Sie steht dabei im Mittelpunkt, nicht das Produkt. Das Video schafft damit Inhalte, die ältere Menschen vielleicht auch abgesehen von neuem Haarspray interessiert. "Mit den Anwendungsfilmen auf schwarzkopf.de und Youtube nutzen wir die neuen Medien, um unsere älteren Kunden dort Informationen und Beratung rund um das Thema Haar anzubieten , wo sie immer öfter zu finden sind: im Internet", erklärt Henkel.

Von Henkel wird natürlich nicht kommuniziert, dass es sich bei dem neuen Testimonial um die verschmähte L’Oréal-Gewinnerin handelt. Das wäre auch etwas heikel. "Mit Renate Gerdes haben wir eine Botschafterin gefunden, die auch zur stetig wachsenden Gruppe der Silver Surfer zählt", ist lediglich von Henkel zu erfahren.

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