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So frisch wie auf diesem Firmenfoto kam die Ware nicht an.
So frisch wie auf diesem Firmenfoto kam die Ware nicht an.

W&V-Test: Amazon-Lebensmittel mit Tücken

veröffentlicht am 30.07.2010 um 12:01 Uhr · Digital · Artikel

Die W&V-Redaktion hat das neue Lebensmittel-Angebot des Online-Händlers Amazon getestet - mit viel Geduld. Am Ende sind nicht alle Produkte unversehrt angekommen. Wir führten Tagebuch:

Donnerstag, 1. Juli: Das Tütenschleppen hat ein Ende. Internet-Riese Amazon verschickt ab heute auch Lebensmittel. „Über 35 000 Produkte, Lieferung mit den bekannten Amazon-Services“, heißt es in der Pressemitteilung. Das klingt vielversprechend.

Mittwoch, 7. Juli: Erster Bestellversuch: Die Art und Weise, Produkte auszuwählen, ist gewöhnungsbedürftig: Unter der Rubrik „Früchte“ liegen sämtliche Apfelsorten nicht wie im Supermarkt nebeneinander direkt bei den Birnen. Hier werden Braeburn-Äpfel neben getrockneten tibetanischen Goji-Beeren gelistet und Idared zwei Seiten weiter neben Dosen-Aprikosen. Nach einer Weile finde ich, was ich brauche und lege 14 Produkte in bekannter Amazon-Manier im Warenkorb ab: Walnuss-Kerne, Pflaumen, Nudeln und so weiter. Die Ernüchterung kommt an der Kasse. Warenwert: 27,39 Euro, Versandkosten: 41,56 Euro. Jeder Anbieter auf Amazons Marktplatz berechnet offenbar separat. Das ist mir zu teuer. Warenkorb leeren, zweiter Versuch: Dieses Mal bestelle ich bei nur einem Anbieter - beim Vollsortimenter Froodies, auch wenn die Auswahl hier deutlich kleiner ist. Über eine Stunde und zahlreiche Fragen verwunderter Zimmerkollegen, ob ich denn immer noch am Shoppen sei, später, ist die Bestellung perfekt und die Bestätigung in meinem Postfach. Geplanter Liefertermin: 9. bis 13. Juli.

Montag, 12. Juli: Ich bekomme eine E-Mail von Froodies: „Wir freuen uns, dass es seit der Shop-Eröffnung einen wahren Ansturm auf unsere Produkte gibt. Allerdings hat dies zur Folge, dass sich die Liefer-zeiten ein wenig verzögern“ - um zwei bis drei Werktage, heißt es.

Montag, 19. Juli: Sechs Werktage später. Amazon schreibt: „Heute wurden die Artikel Ihrer Bestellung vom 7. Juli versendet.“

Dienstag, 20. Juli: Keine Lieferung. Ob die Buttermilch und der Salat auch morgen noch frisch sein werden?

Mittwoch, 21. Juli: Endlich. Das Paket ist da. Etwas mitgenommen sieht es aus, eine Ecke ist völlig durchnässt. Ich fange an auszupacken. Salz, Walnüsse, Hohes C: Die Trockenware ist unversehrt, auch das Olivenöl in der Glasflasche. Ich wühle mich durch unzählige Styropor-Schnipsel und Luftkissen aus Plastikfolie. Salat, Gurke und Pflaumen sind in einem Extra-Karton verpackt und sehen dafür, dass sie knapp zwei Tage unterwegs waren, relativ appetitlich aus. Nur die Buttermilch hat die Reise nicht überlebt - obwohl sie in einer separaten Styropor-Kühlbox verpackt war. Der Geruch ist unangenehm. Ich beseitige den Müllberg und freue mich heute schon auf meinen nächsten Einkauf - im Supermarkt nebenan.

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