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Ab Herbst 2012 sollen die Ohren der TV-Zuschauer geschont werden.
Ab Herbst 2012 sollen die Ohren der TV-Zuschauer geschont werden.

Alle Sender stimmen Lautstärke von Programmen und Werbung ab

veröffentlicht am 16.12.2011 um 14:30 Uhr · Medien · Artikel

Werbekunden und Produzenten aufgepasst: Alle Sender, egal ob öffentlich-rechtlich oder privat, harmonisieren die Lautstärke ihrer Programme. Um die Lautheitsunterschiede im Programmablauf, zur Werbung sowie zwischen den einzelnen Sendern zu verringern, verschieben ARD und ZDF ihr ursprünglich zum Jahreswechsel geplantes Leiserdrehen. Angestrebt ist nun – wie W&V Online vorab berichtet hat -, dass alle Sender ab der IFA 2012 zum 31. August gemeinsam in einer einheitlichen Lautstärke zu senden. Dies gilt grundsätzlich für alle Programmbeiträge, also auch für Werbung (die damit im Vergleich deutlich leiser wird) und Programmhinweise. Wie aus einer gemeinsamen Mitteilung der öffentlich-rechtlichen und privaten Sender hervorgeht, wollen auch Programmanbieter in Österreich und der Schweiz auf das einheitliche Verfahren umstellen.

Die Basis für das Novum legt die EBU (European Broadcasting Union) mit einem neuen Standard zur Lautheitsmessung und -Aussteuerung. Statt nach Spitzenpegel wird künftig nach Lautheit ausgesteuert. So könne künftig die Lautstärke am Sendeausgang auf einen definierten Wert festgelegt werden. Das heißt: Die unterschiedliche Lautstärke zwischen Werbeblöcken und dem übrigen Programm sowie beim Umschalten zu anderen Sendern wird nicht mehr - wie bisher - wahrgenommen. Allerdings solle das nicht bedeuten, dass es innerhalb einer Sendung oder eines Sendebeitrags gar keine Momente oder Passagen unterschiedlicher Lautstärke mehr geben werde, heißt es weiter. Die bewusst dramaturgisch eingesetzte Klangdynamik sei ein "elementares Gestaltungsmerkmal sowohl im Programm als auch in der Werbung".

Ganz so einfach ist der Umbau allerdings nicht. Sebastian Artymiak, Leiter Medientechnologie im Privatfunkverband VPRT, erklärt: "Für die TV-Sender ist die Anpassung mit einem erheblichen organisatorischen, technischen und finanziellen Aufwand verbunden. Sie arbeiten permanent daran, hochwertige Programme in bester Bild- und Tonqualität in die Wohnzimmer zu bringen. Die geplante Anpassung stellt nun auch einen wichtigen Schritt für die senderübergreifende Optimierung dar."

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