ARD-Radios ignorieren RTL-"Superstar"
"DSDS"-Gewinner Pietro Lombardi führt die Charts an. Die ARD-Radios lassen ihn aber links liegen – und "Bild" hat mal wieder einen Grund, ihre Kampagne gegen die Öffentlich-Rechtlichen fortzusetzen.
Dieter Bohlen ist empört: Obwohl der "Deutschland sucht den Superstar"-Gewinner Pietro Lombardi seit Dienstag an der Spitze der Single-Charts liegt, wird sein neuer Titel "Call my Name" nicht in den öffentlich-rechtlichen Radiosendern der ARD gespielt. "Casting-Gewinner haben es bei unseren Hörern eben schwer", gibt NDR-Sprecher Martin Gartzke als Begründung gegenüber der "Bild"-Zeitung an (Mittwochsausgabe).
Doch Lombardi ist nicht der einzig vermutlich "Boykottierte" von BR, WDR, SWR oder den Jugendwellen 1Live und Jump. Auch die bei RTL Zweiplatzierte Sarah Engels mit ihrer Variante von "Call my Name" findet laut "Bild" nicht im ARD-Hörfunk statt – obwohl sie Platz zwei der Verkaufscharts einnimmt.
Die "Bild" lässt bei ihrer erneuten Kritik an der ARD die Politik zu Wort kommen. Burkhardt Müller-Sönksen, medienpolitischer Sprecher der FDP, fordert etwa in der SpringerZeitung, dass es keinen "Generalverdacht gegenüber Liedern aus Dieter Bohlens Feder" geben dürfe. Stephan Mayer, Medien-Experte der CSU, fordert die ARD auf, den Geschmack der Hörer zu respektieren und spricht von einer "Pflicht" eines öffentlich-rechtlichen Senders hin, den Geschmack der Hörer zu respektieren und auch "DSDS"-Songs zu spielen. Marco Wanderwitz, Medien-Experte der CDU im Bundestag, sagt der "Bild", das Hörfunkprogramm der ARD solle "nicht an den Charts vorbei" gestaltet werden.
RTL-Juror Dieter Bohlen hat sich eine eigene Meinung gemacht: "Es ist kein Zufall, dass wir im ARD-Radio nicht stattfinden. Das ist Meinungsdiktat. Und wir alle zahlen dafür noch Zwangsgebühren." Seine Kritik indes ist nicht neu; schon in den Jahren zuvor hat Bohlen Boykott der eigenen Zöglinge vorgeworfen.