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Auf dem Weg zum MedienMBA: Der Blick über die Grenzen
Berlin, im März
Ein eiskalter Morgen in der Hauptstadt, ein frostiger Auftakt zur Vier-Tage-Präsenz im März. Und ein harter Gang für unsere Mit-Studenten aus Köln und Düsseldorf, die auch prompt die Vorlesung zum Start der Weiberfastnacht um 11.11 Uhr unterbrachen – mit Kamellen und Konfetti, die vorher in Gläsern gehortet und subversiv verteilt wurden. Ja, ja, diese Rheinländer, ein lustiges Völkchen eben, auch in der Fremde. Ein Stück gelebtes interkulturelles Miteinander. Womit wir beim Thema wären.
„Principles of International Management“ - ein Schwerpunkt, den der Dozent geradezu verkörpert. Can Ali Calhan ist Kurde, Kenner der Türkei, hat in England (London) studiert und unterrichtet nun in Deutschland. „International Management“ stand zwei Tage lang auf dem Stundenplan, eine Reminiszenz wenn man so will an Mailand und die dortige Business School SDA Bocconi, wo es ebenfalls um Internationalisierung und das Vordringen in ausländische Märkte ging, samt Outsourcing und Offshoring. Spannend, nicht nur für Verlage mit Auslandsgeschäft.
Can Calhan hatte sich ein umfassendes Programm vorgenommen: Er diskutierte die Herausforderungen, die sich aus der Globalisierung ergeben, die Frage, wie lokal globale Produkte und Marktauftritte eigentlich sein müssen und dürfen (Adaption, Standardisierung), und sprach Organisationsstrukturen internationaler Unternehmen an. Vor allem aber stand der „Planning Process of Internationalization“ im Mittelpunkt, von Markteintrittsstrategien über Positionierungsmodelle und die Ausrichtung in Marketing & Sales bis hin zum Media Mix - und letztendlich Implementierung und Kontrolle. Letzteres ist ja bei den Zahlen-Freaks von Steinbeis/SMI ein gern beackertes Feld.
Um die Strategien anschaulich zu gestalten, standen Cases an: große Namen wie BMW/Peugeot und Bionade, aber auch unbekanntere Firmen wie Spanline Engineering oder eine kleine irische Software-Schmiede. Diese Unternehmen wurden ganz klassisch nach Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken (SWOT) bewertet. Die jeweilige Marketingstrategie kam unter dem Aspekt möglicher Fehler unter die Lupe. Anhand der Beschreibungen und des vorgegebenen Bilanz- und Zahlenmaterials arbeiteten Gruppen aus jeweils vier Studenten Empfehlungen zur Unternehmensstrategie aus, die anschließend besprochen und im Plenum nach allen möglichen Seiten hin abgeklopft wurden. Diese Gruppen waren bunt gemischt: Medienmenschen, Marketing- und Sales- sowie Finanz-MBAler.
Samstag und Sonntag war dann Jin Keudel-Tag. Jin ist Amerikanerin koreanischer Herkunft - und sicherlich ein Shooting Star im SMI-Kosmos: MBA, University of California, berät unter anderem SAP, Metro und die Commerzbank. Davor war sie zunächst bei Dienstleistern wie Accenture und Arthur D. Little, dann bei Samsung (Global Strategy) und American Express (Director Interactive Enterprise Development). Will sagen: tough. Jin Keudel bot bei „Cross-Cultural Management“ einen bunten Mix: ein Rollenspiel zu Beginn, Aufgaben, die in kleineren Gruppen zu lösen waren. In einer klassischen Vorlesung vermittelte sie die nötige Theorie (u.a. Edward Hall, Geert Hofstede). Am Sonntag schließlich wurde die „Business Culture“ von zehn Ländern durchgesprochen, bevor es wieder Richtung Flughafen ging.
Forster Redakteur











