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Blu.FM-Macher Matthias Kayales akzeptiert das UKW-Aus des schwul-lesbisches Berliner Radios nicht.
Blu.FM-Macher Matthias Kayales akzeptiert das UKW-Aus des schwul-lesbisches Berliner Radios nicht.

Ausgerechnet zum Christopher Street Day: Schwulenradio Blu.FM geht vom Äther

veröffentlicht am 28.06.2011 um 11:45 Uhr · Medien · Artikel

Eklat rund um das schwul-lesbische Berliner Radio 97.2 Blu.FM: Wie jetzt erst bekannt geworden ist, funkt die Welle seit vergangenem Freitagabend in der Hauptstadt nicht mehr über UKW – und hat damit zum Christopher Street Day am Samstag seine Fans nicht via Kofferradio beschallen können. Grund: Die Geschäftsführung des Senderbetreibers Deutsche Audio Agentur GmbH (DAA) hat ihre jüngst verlängerte Sendelizenz an die Berliner Medienanstalt MABB zurückgegeben und die bundesweite Technowelle Sunshine Live aufgeschaltet. Die MABB bestätigt das mit einer eigenen Mitteilung, der Rechtmäßigkeit des Vorganges und kündigt an, die Kapazitäten neu auszuschreiben.

Gegen den von der MABB abgesegneten UKW-Sendeschluss von Blu.FM steigt dennoch einer auf die Barrikaden – Blu.FM-Programmdirektor Matthias Kayales. Er hat nach eigenen Angaben im März mit dem bisherigen Hauptgesellschafter, der Sergej Medien- und Verlags GmbH und Minderheitengesellschafter Olaf Alp, über die Übernahme der kompletten Anteile am Betreiber DAA geeinigt, nachdem Alp aussteigen wollte. Das Ganze sollte der Medienanstalt zur Prüfung vorgelegt werden. Kayales erklärt nun, dass er erst vor wenigen Tagen von der Geschäftsführung informiert worden sei, dass ein Übernahmeangebot von Sunshine Live vorliege, dass man prüfen wolle – und "auf das jetzt die Rückgabe der Lizenz erfolgte". Alp wehrt sich gegen den Eindruck, dass irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sei; immerhin habe die Medienanstalt hoch offiziell den Programmwechsel angenickt und die Kapazitäten neu ausgeschrieben.

Doch Matthias Kayales will mit allen Mitteln wieder auf Sendung: Das 97.2 Blu.FM-Team sei willens und auch finanziell in der Lage, den Sendebetrieb fortzusetzen. Man werde sich einem kommenden Ausschreibungsverfahren stellen. Auch rechtliche Schritte leite er durch seine Kanzlei gegen die Geschäftsführung der DAA GmbH gerade ein, droht Kayales. Er wirft zudem der MABB vor, dass die Medienwächter mit dem Schritt der Vermarktungsgruppe Top Radio noch mehr Einfluss auf den Markt einräume und einer "zweifelhaften Medienkonzentration" Tür und Tor öffne. Bisher fasse der Verbund sechs UKW-Sender in Berlin zusammen - 94,3 r.s.2, Berliner Rundfunk, Kiss.FM, Motor FM, Star FM und eben Sunshine Live. Sein Team von 97.2 Blu.FM produziert jedenfalls weiter und sendet online.

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