Am Freitag hatte Chefredakteur Uwe Vorkötter die Redaktion darüber informiert, dass Wirtschafts- und Wissenschaftsseiten von der "Frankfurter Rundschau" geliefert werden sollen und die Medienberichterstattung für beide Titel aus Berlin kommen soll. Über einen Redaktionspool für die politische Berichterstattung gibt es noch keinen Beschluss. Sollten die Bundesbüros gepoolt werden, würde man sie vermutlich in einer neuen Rechtsform auslagern, befürchtet die Redaktion.

Auch die Gewerkschaft Verdi und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisieren das Vorhaben des Konzerns. „Aus unserer Sicht sind die MDS-Pläne nicht mit dem Statut der Berliner Zeitung vereinbar, das vor einer solchen Entkernung schützen soll", sagt Verdi-Vize Frank Werneke. Der DJV-"Bundesvorsitzende Michael Konken warnte, die mögliche Zusammenlegung von Ressorts gehe "zwangsläufig zu Lasten redaktioneller Arbeitsplätze, auch wenn die Geschäftsleitung noch keine Angaben über einen bevorstehenden Personalabbau in den Redaktionen gemacht hat".


Autor: Judith Pfannenmüller

ist Korrespondentin für W&V in Berlin. Sie schaut gern hinter die Kulissen und stellt Zusammenhänge her. Sie liebt den ständigen Wandel, den rauhen Sound und die thematische Vielfalt in der Hauptstadt.