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Callgirl-Affäre: 1:0 für Beckham

Erfolgreicher Konter in der Callgirl-Affäre: Fußballstar David Beckham zwingt die deutsche „Intouch“ zu einer Gegendarstellung auf der Titelseite.

Text: Thomas Nötting

20. Dezember 2010

Der englische Fußballstar David Beckham hat im Streit mit der Hamburger Bauer-Verlagsgruppe den ersten Treffer erzielt. Die kommende Ausgabe von Bauers Promiklatsch-Magazin "Intouch" erscheint am Donnerstag mit einer Gegendarstellung auf der Titelseite. Dort lässt der Kicker einen Bericht des Magazins zurückweisen, er habe eine Affäre mit einem Callgirl gehabt.

Ausgelöst hatte die Affäre ein Bericht der amerikanischen Ausgabe von "Intouch". Dem hatte das selbst ernannte "Edel-Callgirl" Irma Nici zahlreiche pikante Details über eine vermeintliche Affäre mit dem Sportidol erzählt. Die Escort-Lady will fünfmal in Londoner und New Yorker Hotels den Sportler zu heißen Dates getroffen haben. Beckham bestreitet dies und konterte im großen Stil vor Gericht: In den USA verklagte er den Bauer-Verlag auf Schadensersatz. Kolportiert wird eine Summe von umgerechnet 18,7 Millionen Euro. In Deutschland engagierte Beckham den Hamburger Staranwalt Matthias Prinz. Der fuhr alle verfügbaren presserechtlichen Geschütze gegen einen Bericht in der deutschen "Intouch" auf, die die Geschichte aus dem amerikanischen Schwesterblatt aufgegriffen hatte.

Zu der Gegendarstellung, die etwa ein Viertel des "Intouch-Covers" einnehmen wird, wurde Bauer vergangene Woche vom Landgericht Hamburg verdonnert. Die Richter wiesen einen Einspruch des Verlags zurück und bestätigten damit ein vorangegangenes Urteil. "Wir sind leider, unabhängig vom Wahrheitsgehalt, aus presserechtlichen Gründen zum Abdruck der Gegendarstellung verpflichtet", erklärt "Intouch"-Geschäftsführer Carsten Schüerhoff gegenüber W&V Online. "Die Wahrheit", sieht er allerdings "auf Seiten von Bauer". Irma Nici habe "in einer eidesstattlichen Versicherung die Darstellung der US-Intouch bestätigt", betont Schüerhoff. Er setzt nun auf den Schadensersatz-Prozess, der im Frühjahr in den USA stattfinden soll. "Dort geht es um die Wahrheit".


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Autor: Thomas Nötting

ist Leitender Redakteur bei W&V. Er schreibt vor allem über die Themen Medienwirtschaft, Media und Digitalisierung.


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