"Die Zeit" wird 2010 überarbeitet
Chefredakteur Giovanni di Lorenzo wird "Die Zeit" im ersten Halbjahr um einige neue Themen ergänzen. Außerdem kommen im ersten Quartal drei Apps, die jeweils "einige" Euro kosten sollen.
Beim Zeit Verlag stehen im kommenden Jahr wieder eine Neuerungen an: Wie Zeit Verlag-Geschäftsführer Rainer Esser gegenüber W&V ankündigt, wird das Flaggschiff "Die Zeit" im ersten Halbjahr überarbeitet, Chefredakteur Giovanni di Lorenzo werde "einige neue Themen" in den redaktionellen Mix der Wochenzeitung einbauen. Welche das sind, will Esser aber noch nicht verraten.
Die Pläne des Verlags beschränken sich nicht nur auf die "Zeit": Bei den Buchreihen stehen vier neue Editionen an, das Konferenzgeschäft wird ebenfalls ausgebaut. Im ersten Quartal schiebt Esser außerdem drei "Zeit"-Apps, die „einige Euro“ kosten sollen, auf die Rampe. Denn darauf, dass der Anzeigenmarkt wieder anzieht, will sich der Geschäftsführer nicht verlassen: „Wir planen zwar für 2010 beim Gesamtumsatz wieder mit Wachstum. Im Bereich Anzeigen sind wir aber vorsichtiger.“ Denn das Geschäft mit den Inseraten werde immer kurzfristiger: „Heutzutage bucht man in der ersten für die dritte Kalenderwoche.“
Mit dem schwierigen Jahr 2009 kann man beim Zeit Verlag trotz allem zufrieden sein. Zwar wird das Haus das Jahr voraussichtlich nicht ganz auf dem Niveau des Vorjahres abschließen – "aber wir werden doch recht nah herankommen“, so Rainer Esser. Zum Vergleich: 2008 erzielte das Haus einen Gesamtumsatz von 122 Millionen Euro. Schuld am leichten Rückgang des Gesamtumsatzes 2009 ist wohl der Anzeigenbereich, der mit einem Minus von rund neun Prozent (netto) vergleichsweise glimpflich davonkam. Zudem erschien aufgrund der kalendarischen Gegebenheiten 2009 eine „Zeit“-Ausgabe weniger als im Schaltjahr 2008.
Alle anderen Bereiche liegen über Vorjahr, betont Esser: Sowohl der Vertrieb als auch die Zusatzgeschäfte (Online, Editionen, Magazine, Veranstaltungen, Konferenzen, Shop, Leserreisen) legten zu. Im Vertrieb schaffte die "Zeit" bei der Auflage erstmals in ihrer Geschichte einen Jahresdurchschnitt von 500.000 verkauften Exemplaren. Dabei war der Zuwachs in erster Linie auf den Abo-Bereich zurückzuführen. Das Zusatzgeschäft zog ebenfalls weiter an: Machte der Umsatz 2008 noch rund 20 Prozent am Gesamtumsatz aus, so wuchs der Anteil nun auf 23 Prozent an.