DLM-Symposium: "N24 - wie geht es weiter?"
Hauptthema des diesjährigen DLM-Symposiums: Die Zukunft von N24. Die Entscheidungen rund um den Nachrichtensender der ProSiebenSat.1-Familie gelten als Weichensteller für künftige Geschäftsmodelle und Informationssendungen.
Man kann von ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling halten was man will - zumindest hat er mit seinem Handeln maßgeblich zum Titel diesjährigen Thema des DLM-Symposiums beigetragen. Dieser lautet: www.fern-sehen.com - Die Aufgaben des Rundfunks im Wandel der Öffentlichkeit.
Auch die Eingangsfrage in Berlin ist Ebelings Nachrichtensender gewidmet: "N24 - wie geht es weiter?" Das wird der Konzernchef selbst erst später am Tag beantworten können – wenn überhaupt. Für ihn tut es Ingrid Scheithauer von Isip Communications: "So nicht!“
Thomas Langheinrich, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten schließt sich an: Von einem Vollprogramm würden "vielfältige Inhalte“ verlangt und "Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung sollten einen wesentlichen Teil des Gesamtprogramms bilden.“
Was aber fordern die Medienanstalten? Langheinrich nennt das Programmjahr 2007 als Maßstab – als "Referenzjahr“. Zwar sei es auch damals um "Informations- und Nachrichtenangebote nicht besonders gut bestellt“ gewesen, danach indes, seien diese geradezu irrelevant geworden. "Wir betrachten das Niveau als „"Benchmark, die es wieder zu erreichen gilt“, stellt Langheinrich klar.
Aber wie dahin zurückkommen? Schlüsselreiz für die Medienanstalten sind hier "Anreize“. Anreize schaffen – das ist jedoch keine neues Thema. In der Frühzeit des privaten Rundfunks, das sagt auch Langheinrich, war die an bestimmte Bedingungen geknüpfte Vergabe terrestrischer Frequenzen oder ein Kabelplatz ein solcher Anreiz. Langheinrich schließt das immer noch nicht aus und verweist auch auf die Möglichkeit Drittsendezeiten anzurechnen. Auf jeden Fall aber sollten Sender, "die mit ihren Informations- und Nachrichtenangeboten einen gesellschaftlichen Mehrwert erbringen, nicht schlechter dastehen, als solche, die sich dieser Verpflichtung entziehen.“
Die Sender selbst sehen mögliche Anreize in einer Internationalisierung des Urheberrechts, eine garantierte Auffindbarkeit im digitalen Angebot oder Finanzhilfen, wie es sie etwa im lokalen bzw. regionalen Bereich bereits gibt.