Permira-Chef will Sat.1 nicht verkaufen
Jörg Rockenhäuser, Deutschland-Chef des Finanzinvestors Permira, schiebt ein offizielles Dementi von Investorenseite zu einem möglichen Verkauf des Senders Sat.1 nach.
Jörg Rockenhäuser, Deutschland-Chef des Finanzinvestors Permira, schiebt ein offizielles Dementi von Investorenseite zu einem möglichen Verkauf des Senders Sat.1 nach. Nachdem bereits eine Sprecherin der ProSiebenSat.1-Gruppe einer Herauslösung des Berliner Privatsenders aus der TV-Familie eine Absage erteilt hatte, erklärte Rockenhäuser nun gegenüber dem "Focus": "Aus unserer Sicht macht das überhaupt keinen Sinn. Sat.1 wird nicht verkauft". Rockenhäuser reagierte damit auf einen Vorstoß von Premiere-Chef Michael Börnicke, der vor einigen Wochen Interesse am Kauf von Sat.1 angemeldet hatte. Die von den Finanzinvestoren KKR und Permira kontrollierte Lavena Holding 5 hält knapp 63 Prozent an ProSiebenSat.1.
Gleichzeitig wehrte sich Rockenhäuser gegen den Vorwurf, der Konzern sei mit rund 3,5 Milliarden Euro überschuldet. "Die Verschuldung erscheint vielleicht hoch, ist aber nicht zu hoch".
Im vergangenen Jahr hatte ProSiebenSat.1 die skandinavische Senderkette SBS für rund 3,3 Milliarden Euro übernommen. Im ersten Quartal hatte ProSiebenSat.1 wegen sinkender Werbeeinnahmen und schwacher Quoten auf dem Heimatmarkt deutliche Rückschläge hinnehmen müssen. Konzernweit sank das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 25 Prozent auf 88,5 Millionen Euro. Vor Steuern rutschte der Konzern in die roten Zahlen und verbuchte einen Verlust von 8,5 Millionen Euro nach einem Plus von 41,7 Millionen im Jahr zuvor. Der Umsatz ging um zwei Prozent auf 729 Millionen Euro zurück. Das Unternehmen rechnet erst in der zweiten Jahreshälfte mit einer Besserung der Lage und will unterdessen Kosten einsparen.