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Kritischer Blick auf Kai Diekmann (r.). Das Foto zeigt den "Bild"-Chef mit Springer-CEO Mathias Döpfner beim Redaktionsumzug nach Berlin.
Kritischer Blick auf Kai Diekmann (r.). Das Foto zeigt den "Bild"-Chef mit Springer-CEO Mathias Döpfner beim Redaktionsumzug nach Berlin.

Presserat nimmt "Bild" ins Gebet

veröffentlicht am 11.09.2009 um 14:19 Uhr · Medien · Artikel

Ärger wegen Michael Jackson: Der Deutsche Presserat hat "Bild" und Bild Online wegen "unangemessener sensationeller Berichterstattung" gerügt.

In seiner Print-Ausgabe hatte Europas größtes Boulevard-Blatt den im Juni verstorbenen "King of Pop" auf einer Bahre liegend und an Beatmungsgeräte angeschlossen gezeigt - direkt auf der Titelseite. Die Kombination mit der Überschrift "Hier verliert er den Kampf um sein Leben" habe Lesern suggeriert, sie könnten einem Menschen unmittelbar beim Sterben zusehen, kritisiert der Beschwerdeausschuss des Presserats. Das Online-Portal Bild.de brachte kurz darauf ein "grausam entstelltes, computergeneriertes Bild des Toten ohne Haare" , moniert der Presserat weiter. Auch das sei mit der Menschenwürde nicht vereinbar.

Weitere Rügen des Selbstkontrollgemiums betreffen Bauers "Das Neue Blatt", das TV-Supplement "Prisma" und die "Schwäbische Zeitung". Beim "Neuen Blatt" stößt sich der Presserat an einem Artikel über die angebliche demenzkranke Doris Day ("Reine Kolportage"), "Prisma" wurde wegen mehrerer product-placement-verdächtiger Interviews ins Gebet genommen und bei der "Schwäbische Zeitung" missfiel ein Lokalbericht über einen Familienstreit. Dort hatte das Blatt öffentlich über den Gesundheitszustand einer Betroffenen spekuliert.

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