Radio Day: Edward de Bono warnt vor "poor thinking"
Mit einem Vortrag von Kreativ-Forscher Edward de Bono begann der Radio Day in Köln. W&V-Redakteur Helmut van Rinsum war dabei.
Mit einem Vortrag von Kreativ-Forscher Edward de Bono begann der Radio Day in Köln. Unter zu Hilfenahme eines Overhead-Projektors schilderte de Bono anschaulich, warum die westliche Welt vor allem von logischem Denken geprägt ist und kreative Denkansätze unterentwickelt sind. Nicht die Klima-Katastrophe sei derzeit die größte Gefahr für die Menschheit, sondern "poor thinking“, so de Bono, der zum Radio Day eigens von Malta angereist war und für seine unterhaltsam vorgetragenen Ansätze viel Applaus erhielt.
Richtig voll wurde das Plenum, als der Philosoph Peter Sloterdijk gegen 11 Uhr das Rednerpult betrat – die Zuhörer ließen sich zeitweise auf dem Fußboden nieder. „Erreichbarkeit über das Ohr – Stichworte einer Audioanthropologie“, hieß er Vortrag, den Sloterdijk dem Vernehmen nach auf einer Schreibmaschine getippt hatte. Es ging darin um die Inflation an sinnlosen Botschaften, sono-sphärische Synchronisation von Individuen und die Welt als Klangkugel, als einziges Hörspiel – kurz darum, wie wichtig Laute, Stimmen und Hören für die menschliche Entwicklung waren. Zahlreichen Zuhörern war dieser Stoff allerdings zu hoch, weshalb nach rund zwanzig Minuten Sloterdijk doch alle einen Sitzplatz ergattern konnten.
Weiterer Höhepunkt des Kongresses heute ist eine Diskussion zwischen dem Sänger Smudo (Fantastische Vier) und dem Top-Werber Amir Kassaei. Thema: „Kreative aus zwei Welten.“ Abends feiert die Branche dann in Halle Tor 2. Top-Act: Die Band Culcha Candela.