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In der Kritik: Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig von der SPD.
In der Kritik: Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig von der SPD.

Schwesigs PR-Affäre: Was der "Spiegel" nicht schreibt

veröffentlicht am 11.07.2011 um 15:49 Uhr · Medien · Artikel

Die "Fachstelle Kinderschutz" der gemeinnützigen Start gGmbH hat es in den vergangenen Jahren im Land Brandenburg geschafft, Jugendämter, Polizei, staatliche Gesundheitsstellen, Schulen und die Justiz besser miteinander zu vernetzen, um den Kinderschutz in dem Bundesland endlich voranzubringen (wir erinnern uns an die Schlagzeilen um mehrfache Säuglingsmorde in dem Bundesland und den Wirbel um die Äußerungen des damaligen Innenministers Schönbohm im Jahr 2005).

Öffentliche Aufklärung war eines der Mittel, um die Bevölkerung in dem Land stärker für das Thema zu sensibilisieren: Unter anderem mit einem "Kinderschutz-ABC", welches von A wie "Ansprechpartner für Kinder" über E wie "Erkennen von Kindeswohlgefährdung", S wie "Selbsthilfegruppen" bis Z für "Zeit für Kinder" wertvolle Tipps gibt. Dieses Kinderschutz-ABC gab es zum Nachlesen als Broschüre sowie im Internet und es wurde auch von einer Tageszeitung im Land abgedruckt.

Das Sozialministerium in Mecklenburg-Vorpommern wollte nun dem Brandenburger Beispiel nacheifern und den Tageszeitungen im Land ebenfalls vorschlagen, über die Veröffentlichung einer solchen Serie nachzudenken. Eine durchaus gute Idee. Von blanker Dummheit der Ministerialbeamten zeugen allerdings die jetzt vom "Spiegel" veröffentlichten Zitate aus dem Ministeriumsbrief an die Chefredakteure der Blätter, in denen es unter anderem heißt: "Wir haben uns überlegt...einen mehrteiligen Ratgeber Kinderschutz-ABC... zu veröffentlichen." Natürlich nicht als bezahlte Anzeige.

Klar, dass die Chefredakteure da (völlig zu Recht) aufschreien. Das Beispiel zeigt aber auch, wie selbst beste Anliegen und auch wirklich gute Ideen durch das Versagen einzelner zum Scheitern gebracht werden können.

Trotz ihrer berechtigten Kritik am Ministerium, mutet der Versuch der mecklenburg-vorpommerschen Chefredakteure, sich im "Spiegel" nun als Speerspitze im Kampf um die journalistische Unabhängigkeit zu profilieren, etwas seltsam an. In der Vergangenheit sind die Nordost-Regionalblätter eher durch massiven Leserschwund als durch ihre investigative Berichterstattung aufgefallen. So werden etwa Artikel der dpa-Themendienste, so zum Beispiel aktuell über fünf Gourmet-Abende auf fünf Meraner Schlössern in Südtirol ("Ostsee-Zeitung") gerne eins zu eins übernommen.

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