Die Umsätze mit digitalen Medien legten dagegen um 24 Prozent auf 470 Millionen Euro. Damit macht Springer mittlerweile 21 Prozent seiner Umsätze im Onlinegeschäft und kann damit die Rückgänge im Printgeschäft abmildern. Das Ergebnis im Digitalgeschäft verdoppelte sich auf 43 Millionen Euro. Die entspricht einer Rendite von 9 Prozent (Vorjahr: 6 Prozent).

Noch keine Entscheidung hat der Springer Vorstand über die Zukunft des AS Finanzen Verlags in München getroffen. Ein Käufer hat sich bisher offenbar noch nicht gefunden, so dass Vorstand Andreas Wiele selbst eine Einstellung des Verlages nicht mehr ausschließt. "Eine Einstellung würde uns am wenigsten gefallen", sagte Wiele aber auf der Bilanzpressekonferenz in Berlin.

Strategie von Konzernchef Döpfner bleibt es, die erwartbaren rückläufigen Einnahmen im Printgeschäft durch gesteigerte Onlineerlöse aufzufangen. So wird Springer im April mit einer Bezahl-Applikation auf Apples I-Pad vertreten sein. Interessant wird in diesem Zusammenhang zu sehen, wieviele zahlende Kunden der derzeit 130 000 I-Phone-App-Abonnenten von "Bild" und "Welt" übrigbleiben, wenn die Einführungspreise auf eine akzeptables Preisniveau umgestellt wurden.

Online-Portale (Stellen, Immobilien, Auto, Partnerschaft) und Performancevermarketer bleiben weiter im Blick Döpfners. Die Scout-Gruppe würde sich Springer gerne einverleiben, Döpfner hält dies derzeit jedoch für "wenig realistisch".


Autor: Judith Pfannenmüller

ist Korrespondentin für W&V in Berlin. Sie schaut gern hinter die Kulissen und stellt Zusammenhänge her. Sie liebt den ständigen Wandel, den rauhen Sound und die thematische Vielfalt in der Hauptstadt.