"Tagesspiegel" kündigt dpa
Wegen des Umzugs der dpa in die Berliner Ladengalerie des Medienkonzerns Axel Springer kündigt der "Tagesspiegel" der Nachrichtenagentur.
Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) verliert einen weiteren wichtigen Kunden. Der Berliner "Tagesspiegel" hat seinen Vertrag zum 30. Juni 2010 gekündigt. Von der Kündigung sind sämtliche Text- und Bilderdienste betroffen. Der Grund: der geplante Umzug der dpa in ein Gebäude des Axel-Springer-Verlags in Berlin. "Wir sehen die Unabhängigkeit gefährdet und haben kein Vertrauen mehr", sagte Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff gegenüber dem "Handelsblatt". Ob der "Tagesspiegel" zugleich seine Unternehmensbeteiligung an der dpa abgeben will, ist allerdings noch unklar.
Die dpa dürfte die Kündigung besonders schmerzen. Erst Anfang des Jahres hatte der WAZ-Konzern für Aufregung in der Medienbranche gesorgt, nachdem die dpa-Dienste aus Kostengründen gekündigt worden waren. Finanzielle Überlegungen haben im Fall der jüngsten Kündigung aber wohl keine Rolle gespielt, so das "Handelsblatt".
Die 1949 gegründete dpa gilt mit ihren weltweit 1.200 Mitarbeitern bislang als größte Nachrichtenagentur Deutschlands. Die 190 Gesellschafter sind allesamt Zeitungs- und Zeitschriftenverlage, Verleger sowie Rundfunkanstalten, die die Dienste in den meisten Fällen auch selbst beziehen.