Studie:
Wunsch versus Wirklichkeit: Was sich Konsumenten vom digitalen POS erwarten

Die Konsumenten sind bereit - doch der Handel ist es oftmals noch nicht. Wie die Studie „Digitalisierung der stationären Verkaufsfläche“ des Marktforschungsunternehmens POSpulse zeigt, wünschen sich Shopper mehr digitalen Mehrwert am POS.

Text: Irmela Schwab

Gratis-Wlan kommt bei den Konsumenten gut an - und eröffnet dem Handel neue Spielarten.
Gratis-Wlan kommt bei den Konsumenten gut an - und eröffnet dem Handel neue Spielarten.

Frisch zurück von der Dmexco findet man beim Supermarkt um die Ecke doch die gute alte Offline-Welt vor. Manche Läden haben zwar inzwischen Wlan - doch lässt die Qualität zu wünschen übrig. Das ermittelt eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens POSpulse im Auftrag der Location Based Marketing Association (LBMA).

Das sollte schnell verbessert werden, denn die Digitalisierung birgt viel spannendes Potenzial, wie Kunden und Händler miteinander in Beziehung treten. Die Studie stellt dabei eine Win-Win-Situation hin Aussicht: So nehmen die Shopper neue Lösungen positiv auf, dem Einzelhandel entstehen zusätzliche Verkaufspotentiale.

Bereits jetzt nutzen Supermärkte digitale Preisinformationssysteme. Von den in der Studie Befragten ist bereits über die Hälfte mit digitalen Preisschildern vertraut. Digitale Preisinformations- systeme wie Displays, über die der Preis eingescannt werden kann, haben sogar zwei Drittel schon einmal gesehen. In Supermärkten wurden beide Varianten von 75 Prozent der Befragten bereits gesichtet.

Auch in Elektronikmärkten kommen die digitalen Preisschilder zum Einsatz. Informationssysteme hingegen werden vor allem in Möbelhäusern und Drogerien verwendet. Interessant: Gut 72 Prozent der Verbraucher, denen ein digitales Preisinformationssystem aufgefallen ist, haben dieses auch genutzt. Die Studie führt das darauf zurück, dass die meisten Konsumenten heute bereits aktiv mit ihrem Smartphone und den digitalen Möglichkeiten vertraut sind.

Den Konsumenten Push-Nachrichten aufs Handy zu senden, wird zwar versucht - allerdings mit noch mäßigem Erfolg. Eine Hürde ist noch immer, dass der Nutzer nicht nur die entsprechende Funktion, etwa GPS oder Bluetooth, an seinem Smartphone aktiviert haben muss sondern zusätzlich auch eine App installiert haben muss. Fazit: Es liegt nicht an einer Skepsis der Konsumenten, dass Push-Nachrichten noch wenig verbreitet sind, sondern an der Technik.

Die Studie empfiehlt weiterhin die Push-Nachrichten mit exklusivem Merhwert zu versehen. Dazu zählen etwa Rabatten und Verkaufsaktionen, die dann aber nicht anderweitig im Laden angeboten werden dürfen. Andernfalls könnten Push-Nachrichten als unnötige Störung empfunden werden.

Groß im Rampenlicht der Dmexco standen auch Themen rund um Virtual Reality. Knapp sechs Prozent der Befragten haben solche Technologien erst am Point of Sale gesehen. Dabei nehmen  die Sportläden eine Vorreiterrolle ein: ein Viertel der Befragten haben VR-Lösungen in einem solchen Geschäft gesehen. 23 Prozent der Konsumenten sind diese Technologien außerdem in Möbelhäusern und 20 Prozent in Elektronikgeschäften aufgefallen. Ein ebenfalls noch wenig verbreitetes System sind digitale Umkleidekabinen. Sie wurden erst von drei Prozent der Befragten bemerkt. Davon haben 46 Prozent sie auch ausprobiert.


Autor:

Irmela Schwab
Irmela Schwab

ist Autorin bei W&V. Die studierte Germanistin interessiert sich besonders dafür, wie digitale Technologien Marketing und Medien verändern. Dazu reist sie regelmäßig in die USA und ist auf Events wie South by Southwest oder der CES anzutreffen. Zur Entspannung macht sie Yoga und geht an der Isar und in den Bergen spazieren.


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