European Newspaper Award:
Das sind die besten Zeitungen Europas

Die Hauptpreisträger kommen aus Finnland, Dänemark, den Niederlanden - und Deutschland: Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" gewinnt den Titel "European Newspaper of the Year".

Text: Susanne Herrmann

Wochenzeitung des Jahres: "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung".
Wochenzeitung des Jahres: "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung".

Die Hauptpreisträger kommen aus Finnland, Dänemark, den Niederlanden - und Deutschland: Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" ("FAS") gewinnt den Titel "European Newspaper of the Year" (Kategorie Wochenzeitung).

Unter den Preisträgern sind viele weitere deutsche Zeitungen. Zum Beispiel ging eine "Judges‘ Special Recognition" an die "Berliner Morgenpost", um die zahlreichen Online- und datenjournalistischen Projekte dieser Zeitung auszuzeichnen. Die "Main-Post" gewann einen Award of Excellence für die integrierte Berichterstattung im Social Web und der Zeitung.

Trends im Zeitungsmarkt

Denn nicht nur Preisträger in 19 Kategorien, sondern auch Trends im Zeitungsmarkt haben die Veranstalter identifiziert. Etwa Social Media: Da sich die Zeitungen hier einen weiteren Nachrichten-Kanal erarbeitet haben, wurde dafür eine Kategorie eingerichtet. Die "Main-Post" in Würzburg nutzte die Social-Media-Kanäle, um ihre Leser live über einen Anschlag zu informieren, der nur zwei Kilometer entfernt von der Redaktion stattgefunden hat. Später gab es dann in der gedruckten Zeitung Hintergrundinformationen. Dafür den Award of Excellence.

Weitere Trends sind Infografiken als feste Bestandteile der Zeitungen. Und ist "Storytelling" - sowohl visuell als auch und alternativ. In den visuell besonders anspruchsvollen Kategorien waren in den vergangenen Jahrgängen Zeitungen aus Skandinavien und dem Benelux-Raum führend, berichtet der European Newspaper Congress. In diesem Jahr wurden in diesen Kategorien vermehrt Zeitungen aus Deutschland und der Schweiz ausgezeichnet.Darunter die "Aachener Zeitung", "Bild" und "Bild am Sonntag", "Die Zeit", das "Hamburger Abendblatt", "Heilbronner Stimme", der "Kölner Stadtanzeiger", "Rheinische Post", die "Stuttgarter Nachrichten", "Süddeutsche Zeitung", "Welt am Sonntag" und viele mehr.

Nicht zuletzt nimmt bei den Zeitungen die Magazin-Anmutung zu. Der Trend, so beobachten die Experten, kommt aus Skandinavien, den Niederlanden und Belgien, das "Tageblatt", Luxemburg, "de Volkskrant" und "Trouw", Niederlande, sowie "de Tijd" in Belgien seien beispielhaft hier zu nennen. 

European Newspaper of the Year - Lokalzeitung wurde 2016 "Hufvudstadsbladet", Finnland, beste Regionalzeitung "Het Parool",Niederlande, beste überregionale Zeitung "Politiken" aus Dänemark, beste Wochenzeitung wie erwähnt die "FAS". Die Jurymeinung zu dem Wochentitel, der 245.128 Exemplare verkauft (IVW 3/2016): "Die 'FAS' hat ein sehr klares Layout. Die Leserführung ist übersichtlich und schnörkellos. Seiten werden o sehr ruhig layoutet: Man verlässt sich auf die Kombination von Überschrift und Bild, um die Leser auf ein Thema aufmerksam zu machen. Illustrationen werden eingesetzt, um Inhalte perfekt visuell darstellen zu können."

Weitere Preisträger aus Deutschland (Awards of Excellence)

"Mindener Tageblatt", "Berliner Morgenpost", "Hamburger Abendblatt", "Pforzheimer Zeitung", "Rheinische Post", "Die Welt/Kompakt", "Handelsblatt", "Die Rheinpfalz am Sonntag", "Die Zeit", "Welt am Sonntag/kompakt", "Emder Zeitung", "Badische Zeitung", "Der Tagesspiegel", "Stuttgarter Nachrichten", "Stuttgarter Zeitung", "Bild am Sonntag", "Leipziger Volkszeitung", "Ludwigsburger Kreiszeit", "Mannheimer Morgen", "Südkurier", "Südwest-Presse", "Sindelfinger Zeitung", "Lebensmittel Zeitung", "Hannoversche Allgemeine", "Kölner Stadt-Anzeiger", "Nordsee-Zeitung", "Dewezet", "Heilbronner Stimme", "Neue Westfälische", "Allgemeine Zeitung", "Nordbayerischer Kurier", "Darmstädter Echo", "Frankenpost", "Grafschafter Nachrichten", "Westfalenpost", "Frankfurter Allgemeine",

Bei der EM-Berichterstattung konnten vor allem "Augsburger Allgemeine", "Express", "Hamburger Abendblatt" und "Stuttgarter Nachrichten"/"Stuttgarter Zeitung" punkten. Ein großes Thema, das die deutschen Zeitungen offenbar gut gemeistert haben, war im bewerteten Jahrgang das Thema Flüchtlinge: Hier gehen 11 von 16 Preisen an deutsche Publikationen, und zwar an "Berliner Morgenpost", "B.Z.", "Die Zeit", "Fränkischer Tag"", "Hamburger Abendblatt", "Main-Echo", "Rheinische Post", "Süddeutsche Zeitung", "Stuttgarter Nachrichten" und "Stuttgarter Zeitung" sowie die "Welt am Sonntag".

Für den internationalen Medien-Coup des Jahres gab es eine Extra-Kategorie, in der natürlich die federführend beteiligte "Süddeutsche Zeitung" einen der Preise bekam: für die Enthüllung der Panama Papers.

Eigens bewertet wurde auch die Medienberichterstattung zum Brexit. Hier hob die Jury aus der deutschen Titelauswahl vor allem die "Aachener Nachrichten, "Bild" mit "Wir schaffen that!", "DVZ" und "Expresso" hervor.

191 Zeitungen aus 27 Ländern haben am 18. European Newspaper Award teilgenommen. Neben den Awards of Excellence gibt es beim 18. European Newspaper Award vier Hauptpreise und eine Judges‘ Special Recognition. Der European Newspaper Award wird in die Kategorien Lokalzeitung, Regionalzeitung, überregionale Zeitung und Wochenzeitung gegliedert, weil diese vier Zeitungstypen unterschiedliche Ressourcen und Zielgruppen haben.

Die Liste mit allen Gewinnern finden Sie bei Editorial Design.

Der European Newspaper Award wird seit 1999 von dem Zeitungsdesigner Norbert Küpper veranstaltet und kooperiert mit den Fachzeitschriften "Medium Magazin", "Der Österreichische Journalist" und "Schweizer Journalist". Der Preis hat zum Ziel, die Themen Zeitungsdesign und Zeitungskonzeption innerhalb Europas zu verbessern und zu neuen, kreativen Lösungen beizutragen. Die Preisverleihung des European Newspaper Awards findet im Mai 2017 im Rahmen des European Newspaper Congress in Wien statt.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.


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