BBDO:
Bahn-Spot mit schwulem Fußballer mausert sich zum Viral-Hit

Der Bahn-Spot "Der Fan" kommt in den ersten 24 Stunden bereits auf ordentliche Abrufzahlen. Allerdings könnte sich die Länge als Problem entpuppen.

Text: W&V Redaktion

Der Bahn-Spot "Der Fan" kommt in den ersten 24 Stunden bereits auf ordentliche Abrufzahlen.
Der Bahn-Spot "Der Fan" kommt in den ersten 24 Stunden bereits auf ordentliche Abrufzahlen.

Der neue Online-Spot der Deutschen Bahn wird seit dem 2. Juni (Donnerstag) nun über Facebook und Youtube gestreut. Das Unternehmen setzt mit "Der Fan" auf ein Thema, das mit dem ICE an sich nichts zu tun hat: Homosexuelle im Fußball. Der Facebook-Post kommt innerhalb der ersten 24 Stunden schon auf rund 680.000 Aufrufe und fast 3800 Likes - darunter auch von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Die "vielleicht berührendste Fußballgeschichte des Jahres - Gänsehaut garantiert!", teasert das Social-Media-Team. Bei Youtube waren es 445.000 Aufrufe. Die Bahn und ihre Agentur BBDO Berlin sorgen auch durch Werbung auf Facebook und Youtube, dass sich der Clip verbreitet.

Die Bahn postete das Kurzvideo zum 25. Jahrestag der ersten fahrplanmäßigen ICE-Fahrt in Deutschland. Bereits am Mittwochabend war der Kurz-Film auf Youtube zu sehen, als offiziellen Start hatte das Unternehmen den 2. Juni vorgesehen. Doch die Marke brachte via "Bild" die Geschichte in Umlauf und dann wollten viele Medien das Thema aufgreifen.

Für das Massenmedium Fernsehen ist "Der Fan" nicht vorgesehen. Franzis Heusel, Geschäftsführer Beratung bei der Werbeagentur BBDO in Berlin, versichert: Dass es um ein schwules Paar geht, habe die Bahn von Anfang an unterstützt. "Werbung versucht, die besondere Geschichte zu erzählen. Und heterosexuelle Paare hat man schon 100 Mal gesehen", so Heusel. Die Reaktionen in den sozialen Medien seien überwiegend positiv. "Dass es auch Leute gibt, die das nicht gut finden, dieses Risiko gehen wir bei diesem Thema gerne ein."

Bringt der Spot alles mit, um in sozialen Medien Erfolg zu haben? "Man muss Menschen zum Nachdenken bringen, zum Weinen oder zum Lachen, im Optimalfall alles drei in einem Spot", sagt Stefan Stojanow, Vorsitzender der Fokusgruppe Social Media im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) - und gleichzeitig PR-Manager bei Facebook. "Themen, die die Gesellschaft bewegen, werden in den sozialen Medien geteilt." Homosexualität sei ein kontroverses Thema, das Aufmerksamkeit verschaffe - der Spot der Bahn also durchaus ein Hingucker. Wobei Stojanow glaubt, dass der Clip mit fast 100 Sekunden gerade für mobile Nutzer möglicherweise schon zu lang ist, um richtig durch die Decke zu gehen. Aber um den Erfolg des Spots solide zu beurteilen, sei es noch zu früh.


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