Ausrüster:
Glücksgriff: Puma profitiert von Leicesters Meistertitel

Ein glückliches Händchen bewies Puma, als es den Ausrüstervertrag mit Leicester City unterzeichnete. Die Vereinstrikots des neuen Meisters sind ein Kassenschlager.

Text: W&V Redaktion

Eigentlich hatte Puma eher auf Arsenal gesetzt - nun macht Leicester City den Sportartikelhersteller glücklich.
Eigentlich hatte Puma eher auf Arsenal gesetzt - nun macht Leicester City den Sportartikelhersteller glücklich.

Die Vereinstrikots des englischen Fußball-Meisters Leicester City sind Kassenschlager bei Puma. Die Verkaufszahlen des Leibchens seien im Vergleich zur vorherigen Saison um das 15-fache gestiegen, sagte Puma-Chef Björn Gulden in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag). "Die Fans mögen solche Geschichten: Da kommt ein Underdog von ganz unten plötzlich nach oben und ihm gelingt das Unmögliche", kommentierte der Norweger. Der Sportartikelhersteller rüstet Leicester seit 2012 aus.

Der Sieg der Underdogs kam auch für den Sportartikelhersteller überraschend, eigentlich hatte das Unternehmen auf eine ganz andere Mannschaft gesetzt, um sein angestaubte Image aufzupolieren - nämlich Arsenal. Das Team schied jedoch schon im Frühjahr im Achtelfinale der Champions League aus, in der Liga landeten die Londoner auf dem dritten Platz mit zehn Punkten Rückstand auf Leicester. Rund 40 Millionen Euro pro Saison soll sich Puma das Engagement mit Arsenal kosten lassen, schreibt das "Handelsblatt". Leicester dürfte nur einen Bruchteil davon erhalten. Gut für Puma, dass es den Vertrag mit dem neuen Meister erst im vergangenen Jahr verlängert hatte. "Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt", zitiert das "Handelsblatt" Björn Gulden.

Bei der in Frankreich anstehenden Fußball-Europameisterschaft laufen fünf Teams im Puma-Trikot auf, darunter Italien. Die deutsche Mannschaft wird vom fränkischen Konkurrenten Adidas ausgerüstet.

Mit dem Konsolidierungskurs des Sportartikelkonzerns zeigte sich der 50-Jährige zufrieden. "Wir bewegen uns jetzt in die richtige Richtung", sagte er. "Die Zahlen können natürlich immer besser sein", der Fokus liege aber auf einer nachhaltigen Neuausrichtung.

Das über viele Jahre expansive Unternehmen war 2012 aus der Erfolgsspur geraten: Der Gewinn war damals schlagartig eingebrochen, 2013 rutschte der Sportartikelhersteller fast in die Miesen. Gulden versucht seit drei Jahren, Puma wieder nach vorne zu bringen - mit wechselhaftem Erfolg. Die Franken entwickeln sich nicht so stark wie die Konkurrenz. 2015 erzielte Puma einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro und einen Gewinn von 37,1 Millionen Euro. (dpa/fs)


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