Europameisterschaft:
Schlappe für Adidas: EM-Trikot verkauft sich schlecht

Offenbar doch zu teuer: Das Trikot der Nationalmannschaft liegt noch wie Blei in den Regalen. Oft wird es unter dem empfohlenen Preis verkauft. Aber noch gibt Adidas sich zuversichtlich.

Text: Anja Janotta

Die Werbung für das neue Trikot hat bis jetzt noch wenige zum Kaufen animiert.
Die Werbung für das neue Trikot hat bis jetzt noch wenige zum Kaufen animiert.

Offenbar doch zu teuer: Das Trikot der Nationalmannschaft liegt noch wie Blei in den Regalen. Die Oberteile werden derzeit deutlich unter der Preisempfehlung des Herstellers Adidas verkauft. Aber kurz vor der Europameisterschaft gibt sich Adidas-Fußballchef Markus Baumann trotzdem zuversichtlich. Um das EM-Geschäft mache er sich überhaupt keine Sorgen, sagte er gegenüber dem "Handelsblatt". "Die Erfahrung zeige, dass die Begeisterung mit dem Anpfiff des Turniers einsetze. Außerdem ist das jüngste Fußballereignis noch ganz ganz frisch. "Mit dem Finale der Champions League sei gerade erst die Saison im Vereinsfußball zu Ende gegangen. "Da brauchen die Fans ein bisschen Zeit zum Luftholen", sagte er.

Im Internet aber werden die DFB-Trikots für weniger als 60 Euro verkauft statt der 84,95 Euro, die Adidas empfiehlt. "Natürlich sind wir nicht glücklich, wenn der Handel die Preise so stark drückt", sagte Baumann der Zeitung. Adidas habe darauf dennoch keinen Einfluss. Der Hersteller könne und dürfe lediglich eine Empfehlung abgeben. Den kräftigen Preissprung des Sportartikelherstellers bei dem erst jüngst vorgestellten Schalke-Trikot verteidigte Baumann. "Auch andere begehrte Waren werden teurer, sei es nun ein Smartphone oder eben ein Trikot."
Im vergangenen Jahr verkaufte Adidas Fußball-Ausrüstung für mehr als zwei Milliarden Euro. Das entspricht etwa 15 Prozent vom Konzernumsatz und ist ein Rekord. Für 2016 strebt das fränkische Unternehmen erneut höhere Einnahmen mit Trikots, Stutzen, Kickstiefeln und Bällen an. So werde es auch in den nächsten Jahren weitergehen, sagte Baumann: "Der Fußball wird zur absoluten Supersportart, da kann kein anderer Sport mithalten."

An der Werbung kann's aber nicht liegen, denn schon seit März trommelt der Hersteller für das neue Trikot der Nationalmannschaft. Die Spots zeigen u.a. Fußball-Nationalspieler Thomas Müller zu Besuch bei den Adidas-Designern:

Der offizielle Trikot-Spot:

dpa/aj


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Eines davon dreht sich um ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.


Alle Specials