Klassische Medien spielen aber als Katalysator für Shitstorms eine große Rolle. Die meisten Befragten gaben an, dass ein Medienbericht oder die Verbreitung des Themas durch einen einflussreichen User den Shitstorm befeuert habe. Die Aufmerksamkeit in den klassischen Medien war für die Forscher neben der zeitlichen Einschränkung ein weiteres Kriterium. Untersucht wurden nur Empörungswellen, über die in den Online-Ausgaben der sechs größten überregionalen deutschen Tageszeitungen berichtet wurde. Das betraf in dem gewählten Zeitraum 28 in Deutschland operierende Unternehmen. Mit 10 Kommunikationsverantwortlichen dieser betroffenen Unternehmen konnten Leitfadeninterviews zu den Shitstorms geführt werden.

Das aktuelle Beispiel des Burger-King-Shitstorms zeigt allerdings, dass es bei der Frage des wirtschaftlichen Schadens darauf ankommt, was der Anlass der Empörung ist. Gegenüber der "Bild"-Zeitung räumte der Deutschland-Chef Andreas Bork ein: "Das hat uns hart getroffen. In vielen deutschen Filialen verzeichnen wir Umsatzeinbußen". Das Unternehmen wirbt derzeit massiv in Print und TV um das Vertrauen der Verbraucher. Bei Lebensmitteln und Hygiene scheinen die Verbraucher also nicht so vergesslich zu sein.


Autor:

Franziska Mozart
Franziska Mozart

arbeitet als freie Journalistin für die W&V. Sie hat hier angefangen im Digital-Ressort, als es so etwas noch gab, weil Digital eigenständig gedacht wurde. Heute, wo irgendwie jedes Thema eine digitale Komponente hat, interessiert sie sich für neue Technologien und wie diese in ein Gesamtkonzept passen.