Timeline-Änderung | | von Annette Mattgey

#Twitterstreik: User proben den Aufstand

Diesmal hat es Twitter vielleicht zu weit getrieben: Die Anpassung der Timeline  - weg von der Steuerung durch die Nutzer - hat zu massiven Protesten geführt. Jetzt ist sogar ein Twitter-Streik im Gespräch. Die erbosten User haben sich unter dem Hashtag #Twitterstreik versammelt:

Auf den Hilfe-Seiten bei Twitter lässt sich nachlesen, inwieweit sich die eigene Timeline künftig ändert. Ursprünglich als selbst gestaltete Sammel-Liste von Freunden und anderen interessanten Zeitgenossen gedacht, lässt Twitter nun auch den Algorithmus entscheiden, was der User zu Gesicht bekommt:

"Außerdem fügen wir möglicherweise auch einen Tweet, einen Account, dem Du folgen solltest oder sonstige beliebte bzw. relevante Inhalte zu Deiner Timeline hinzu. Das bedeutet, dass Dir manchmal Tweets von Accounts angezeigt werden, denen Du nicht folgst. Wir wählen jeden Tweet anhand vieler Faktoren einschließlich der Beliebtheit und der Interaktion von Personen in Deinem Netzwerk damit aus. Unser Ziel besteht darin, Deine Timeline auf der Startseite noch bedeutungsvoller und interessant zu gestalten."

Der Trend ist nicht neu: Bereits vor einem Jahr entdeckte Martin Weigert, dass Twitter mit verschiedenen Filtermechanismen experimentiert. Das Ziel des Unterfangens ist seiner Meinung nach klar: "Ultimativ will Twitter an die selben Werbepötte wie Facebook, Google und einige andere bekannte Webplayer. Die Folge ist eine schrittweise Angleichung der Funktionalität, weil Anbieter jeweils die Produktmerkmale ihrer Wettbewerber nachahmen und übernehmen, die sich dort als erfolgreich erwiesen".

Das schmeckt allerdings den eingefleischten Twitter-Nutzern gar nicht, zu denen sich auch Tobias Gillen in seinem Blog Basic Thinking bekennt. "Allein die Tatsache, dass ich mir mein Netzwerk, meine Informationen, meine Unterhaltung nicht mehr so zusammenstellen kann, wie ich das möchte, macht den Reiz an Twitter für mich irgendwie kaputt."

Für Markenartikler liegen hier gerade die Chancen, findet LEAD digital-Bloggerin Christina Hütten: "Sollte es demnächst möglich sein, die Interaktionen anderer User als Sprungbrett zu nutzen um mehr Reichweite zu erhalten, wird auch gutes Community Management auf Twitter zunehmend wichtiger." Dann werde es immer wichtiger, auch bei Twitter attraktive Inhalte zu posten, die User zu Interaktionen anregen. Unternehmen, die bereits einen Twitter Account betreiben, sollten ihre Strategie entsprechend anpassen und Twitter nicht weiterhin nur als Verlängerung von Facebook nutzen, empfiehlt Hütten.

#Twitterstreik: User proben den Aufstand

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Twitter-User verärgert: Twitpic schließt

von Franziska Mozart

Schon wieder bringt Twitter seine Nutzer gegen sich auf. Die beliebte Fotoplattform Twitpic, über die Bilder bei Twitter geteilt werden können, macht dicht. Grund sei ein Markenstreit mit Twitter, schrieb Twitpic-Gründer Noah Everett in einem Blogeintrag am Donnerstag. Der Kurznachrichtendienst habe gefordert, dass Twitpic einen Antrag auf den Schutz seines Markennamens zurückziehe. Die Drohung sei gewesen, Twitpic ansonsten den Zugang zum Twitter-Dienst zu sperren, erklärte Everett.

Twitter achtet seit einigen Jahren verstärkt darauf, dass Namen von Apps anderer Anbieter sich deutlich von seiner geschützten Marke unterscheiden. Twitpic habe den Markenschutz schon 2009 beantragt, die jetzige Drohung von Twitter sei ein Schock gewesen, schreibt Everett. Das seit 2008 aktive Startup wird seinen Betrieb zum 25. September einzustellen. Die Nutzer sollen ihre Bilder herunterladen können.

Twitter erklärte dem Sender CNBC, man habe Twitpic erlaubt, den bisherigen Namen weiterzunutzen. Allerdings müsse Twitter zugleich den eigenen Namen verteidigen und dazu gehöre auch der Schutz der Marke.

Die Twitter-Nutzer haben für das aggressive Vorgehen wenig Verständnis. Twitpic gehörte seit langem zu den populärsten Diensten zum Einstellen von Bildern bei Twitter und ist Teil des Ökosystems, das sich rund um den Kurznachrichtendienst aufgebaut hat.

Twitter spielt gerade mit der wichtigsten Ressource, die das Unternehmen hat: der Gunst seiner Nutzer. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Twitter eine Anpassung der Timeline vorhat, was zu massiven Protesten geführt hat. Die Änderungen sollen dem Nutzer die Hoheit über seine Timeline nehmen. Bisher war dort alles zu sehen, was die anderen Twitterer, denen man folgt, posten. Künftig wird ein Algorithmus diese Funktion übernehmen, ähnlich wie bei Facebook. "Wir wählen jeden Tweet anhand vieler Faktoren einschließlich der Beliebtheit und der Interaktion von Personen in Deinem Netzwerk damit aus. Unser Ziel besteht darin, Deine Timeline auf der Startseite noch bedeutungsvoller und interessant zu gestalten", heißt es auf den Supportseiten. (fm/dpa)

von Franziska Mozart - Kommentare Kommentar schreiben

Twitter testet Buy-Button

von Franziska Mozart

Social Commerce schien mal das große neue Ding zu werden, doch von den Ideen, einen Shop auf Facebook aufzubauen liest man inzwischen wenig. Doch jetzt versucht Twitter, das Potential für den Online-Handel auf der eigenen Plattform auszuloten. In den USA beginnt das Unternehmen, einen "Buy" Button zu testen, mit dem ein kleiner Anteil der Nutzer direkt von Twitter aus einkaufen kann. Die Anzahl der Tester soll im Laufe der Zeit anwachsen.

Twitter hat bei diesem Versuch vor allem die mobilen Nutzer im Blick und will das Online-Shopping auf dem Smartphone oder Tablet einfacher machen. Wie das Unternehmen ankündigte, sollen zum Start vier Shops mitmachen. Sie werden versuchen, mit speziellen Angeboten die User und Follower zu Kunden zu machen. Auch hier soll die Zahl der Partner noch wachsen. Vor allem Künstler, Markenhersteller und Nonprofit-Organisationen will Twitter zum Mitmachen gewinnen.

Wer auf den Buy-Button klickt, erhält zunächst zusätzliche Produtdetails und die üblichen Versand- und Bezahl-Informationen, erst wenn alle Angaben gemacht sind, übermittelt Twitter die Bestellung an den Händler. Die Sicherheit der Nutzer will Twitter bei diesem Kaufvorgang hoch halten und die Daten verschlüsseln. Um aber künftige Käufer leichter zu machen, werden die Informationen gespeichert und beim nächsten Kauf erneut angezeigt. Wie das funktioniert, zeigt Twitter in einem Youtube-Video:

Das E-Commerce-Experiment passt zu den aktuellen Veränderungen bei Twitter. Die Timeline ist nicht mehr streng chronologisch, inzwischen können auch Tweets von Followern angezeigt werden, denen man nicht folgt. Damit - genauso wie mit der Einführung des Buy-Buttons - macht sich Twitter attraktiver für Werbekunden.

von Franziska Mozart - Kommentare Kommentar schreiben