Grafik 1 aus Studie von Ey-Parthenon "Auf zu neuen Ufern"

Axel Springer und ProSiebenSat.1 haben mit ihren Transaktionen 2019 die Branche am stärksten bewegt.

Dafür ist das Interesse der Medienhäuser an Start-ups und an Konsumtrends gestiegen. "Medienhäuser versuchen frühzeitig, profitable Konsumtrends zu erschließen oder Fähigkeiten aufzubauen und investieren daher in Start-ups mit innovativen Geschäftsmodellen", sagt Studienprojektleiter Sebastian Priebe. So hat die Zahl der Inkubator-Investitionen vonseiten der Medienunternehmen um elf Prozent zugenommen, während andere Beteiligungsformen tendeziell stagnierten oder rückläufig waren.

Grafik 2 aus Studie von Ey-Parthenon "Auf zu neuen Ufern"

Die Zahl der Inkubator-Investitionen ist 2019 um elf Prozent gestiegen.

Dabei entfernen sich die Investitionen abseits des Kerngeschäfts auch zunehmend von werbebasierte Modellen sowie von Paid Content. Stattdessen pumpen die Medienhäuser vermehrt Geld in andere B2C-Geschäftsmodelle wie beispielsweise neue Mobilitätskonzepte, die insgesamt mittlerweile schon 38 Prozent aller Beteiligungen ausmachen. Das Wachstum hier wird vor allem durch Paid Services (plus zehn Prozent) und den Verkauf physischer Güter (plus neun Prozent) generiert.

Grafik 3 aus Studie von Ey-Parthenon "Auf zu neuen Ufern"

Die Medienhäuser entfernen sich immer mehr von den werbebasierten Modelllen und von Paid Content.

Wie erfolgreich solche Diversifizierungsprojekte sich entwickeln können, zeigen ausgewählte Leuchtturminvestitionen der vergangenen Jahre. Als Positivbeispiele nennen die Studien-Macher hier das berufliche Netzwerk Xing, das maßgeblich von Burda aufgebaut wurde, oder Stepstone als Jobportal von Axel Springer. Diese hätten inzwischen erhebliche Reife erreicht und diversifizierten sich wiederum selbst.

Insgesamt stellt das Team um Studienleiter Priebe fest, dass es bei der Diversifizierung offensichtlich keine "One-fits-all"-Strategie gibt. Vielmehr versuchen die Medienhäuser, individuell funktionierende Nischen beziehungsweise differenzierte Positionen zu besetzen. Während Axel Springer als Marschrichtung offenbar die "Innovationsorientierung" verfolgt, stellt ProSiebenSat.1 sich in "Themen-Clustern" auf. Bei Ströer lässt sich eine "Diversifikation und Digitalisierung rund um das eigene Produkt-Portfolio" beobachten. Holtzbrink scheint primär als "Finanzinvestor" agieren zu wollen (über Holtzbrinck Ventures), wohingegen bei Burda ein "Kategorie-Fokus" festgestellt wird.

Innerhalb ihrer jeweiligen Richtungen sind die Unternehmen nun fleißig dabei, an Umschichtung, Wachstumsoptionen - wie beispielsweise Internationalisierung - und an der operativen Professionalisierung der Beteiligungsunternehmen zu arbeiten. "Dafür bauen sie nötige Kompetenzen rund um M&A, Trendscouting, Portfoliomanagement sowie Hintergrundwissen in den Märkten ihrer Assets auf", sagt Priebe. Zu vollständigen Studie von Ey-Parthenon geht es hier.


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W&V Redaktion
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