Schwere Zeiten in Frankfurt

Leo Burnett geht es nicht gut. Die Agentur hat ihren Großkunden Philip Morris (Marlboro) praktisch verloren, weil der strukturbedingt sein Budget massiv reduziert hat. Aus gutem Grund: Der Tabakkonzern hat zuletzt nur noch unter 20 Mio. Euro Umsatz gemacht (2017), im Jahr davor lagen die Erlöse noch bei gut 30. Mio. Euro. Das Unternehmen erfindet sich gerade neu, weil immer weniger Menschen rauchen, und setzt auf eine "rauchfreie Welt". Die E-Zigarette Iqos soll die Wende bringen.

Die Publicis-Gruppe wiederum hat schon vor Jahren ihre Agenturmarken unter verschiedene Themenbereiche subsumiert. Die Kreativagenturen wie Publicis, Leo Burnett, Saatchi & Saatchi gehören zu Publicis Communications, die nach dem Ausstieg von CEO Horst Wagner (ab 2020 Digitalchef von Thjnk) Frank-Peter Lortz führt, Chef von Publicis Media (Starcom, Spark Foundry, Zenith, Performics und Digitas). In dieser Gruppe entwickelt sich nur Saatchi & Saatchi wirklich gut. Publicis hatte insgesamt weltweit kein gutes erstes Halbjahr. Daneben gibt es noch Publicis Sapient mit den Digitalmarken. Leo Burnett soll als Agenturmarke in Deutschland aber erhalten bleiben.

Kommt die Fusion?

Trotzdem dürften die operativen Marken der Gruppe nun noch enger zusammenrücken. Oder aber Media und Communications werden gleich ganz verschmolzen unter dem Lead von Media, das wäre die große Lösung. Womöglich hängt Albrechts Abgang genau mit diesen Überlegungen zusammen, zumal Leo Burnett in den vergangenen Jahren immer kleiner geworden ist.


Autor:

Conrad Breyer, W&V
Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LSBTI-Rechte, insbesondere in der Ukraine.