Award | | von Anja von Fraunberg

Deutscher Mediapreis 2015: Das sind die Gewinner

Das hatte es in der nun fast zwei Jahrzehnte währenden Historie des Deutschen Mediapreises noch nicht gegeben: Nicht eine, sondern gleich vier Personen werden gemeinsam mit der Auszeichnung „Mediapersönlichkeit des Jahres“ geehrt. Denn erst zu viert ergeben Erich, Regine, Alexander und Konstantin ein vollständiges Ganzes und sind das, wofür die Familie Sixt heute steht: Ein erfolgreiches Unternehmen, dessen mutige und kreative Marketingkommunikation als vorbildlich gilt. Deshalb dürfen sich nun alle vier über die Trophäe freuen, die ihnen beim Deutschen Mediapreis 2015 überreicht wurde.

Rund 450 geladene Gäste aus Medien, Marketing und Werbung verfolgten am 25. Februar im Alten Rathaussaal in München die Veranstaltung, die bereits zum 17. Mal stattfand. Neben der Media-Persönlichkeit würdigte Werben und Verkaufen die effektivste Media-Strategie, die kreativsten Media-Ideen sowie die talentiertesten Nachwuchsplaner aus Deutschlands Media-Agenturen. Insgesamt hatte die Jury 145 Einreichungen zu bewerten, davon 35 Media-Strategien und 110 Media-Ideen. Hinzu kamen noch 20 Arbeiten aus dem Media Youngsters-Wettbewerb, der erneut komplett ausgebucht war.

Und das sind die Gewinner:

Die beste Media-Strategie

In diesem Jahr darf sich die Agentur Carat für die Kampagne „The #adidas real-time #worldcup“ mit dem Königstitel schmücken. Denn der Sportartikelhersteller Adidas und seine Mediaagentur sind in diesem Fußball-Sommer fast so reaktionsschnell wie Deutschlands Spieler mit dem Ball. Eine eigene Redaktion produziert während der Fußball-WM live und vor Ort digitale Inhalte. Diese werden in Deutschland in Echtzeit auf Kanälen ausgespielt, die möglichst schnell reagieren können: Mobile, Digital Out-of-Home und Projektionen, Online sowie Social Media. So wurde etwa der Torjubel von André Schürle nur 15 Minuten später als überlebensgroßes Werbemotiv auf Hauswände in München, Berlin und Hamburg projiziert. Selten wurde der Echtzeit-Gedanke in einer Kampagne so konsequent umgesetzt.

 

Die besten Media-Strategien: Hier gibt es alle Favoriten auf der Shortlist

Die innovativsten Media-Ideen

Die Trophäen wurden in sieben von acht möglichen Kategorien vergeben. Keine Auszeichnung gab es schon das dritte Jahr in Folge in der Kategorie Kino.

TV: Die kreativste TV-Idee hatte Mediacom mit der „Volkswagen Fan-Bande“: Volkswagen bringt während des DFB-Pokalfinales echte Fanbotschaften auf die Stadionbande. Klar, dass jeder Einsender beim Spiel auf die Bande schaut, ob seine persönliche Botschaft mit dabei ist. Treffer für den Autokonzern – gelingt es ihm so, sich in einem eigentlich werbefreien Fernseh-Umfeld als Marke zu platzieren.

Mobil: Die Düsseldorfer durften sich zudem über die Trophäe in der Kategorie Mobile freuen: Hier überzeugte die Mediacom-Idee „Search, Scan and Drive“ für den Kunden Seat Deutschland. Sie besticht mit intelligentem Targeting: Wer sich mit der Barcoo-App im Laden über ein Produkt informieren will, bekommt eine inhaltlich passende Werbung von Seat als Interstitial dazwischengeschaltet. „Schärfer als jede Klinge“ zum Nassrasierer. Oder „Vergiss Taurin“ zum Energy-Drink.

Print: Im Bereich Print setzte sich Mediaplus mit dem „Ersten Hörtest in Print“ für den Hörgerätehersteller Geers Hörakustik durch. Den Hörtest kann jeder Leser selbst durchführen: Wer das Zerreißen eines Papiers einer gewissen Stärke nicht hört, gilt als „geringgradig schwerhörig“. Der „Hörtest“ ist als Einleger einer regionalen Tageszeitung beigelegt. Die Münchner Agentur war außerdem in zwei weiteren Kategorien erfolgreich.

Hörfunk: Die Kugel für die beste Hörfunk-Idee für „Parship: Keine Fake-Profile“ ging ebenfalls an Mediaplus. Die Agentur entwickelte einen Radiospot zum Anschauen – und zum Schmunzeln. Dank Shazam startet synchron zum Hörfunkspot auf dem Smartphone ein Film und der angebliche Adonis, der da spricht, sieht in natura gleich ganz anders aus. Botschaft: Gefälschte Profile gibt es bei Parship nicht.

 

Werbung im öffentlichen Raum: Auch in dieser Kategorie überzeugte Mediaplus und zwar mit der„Life Time Clock“, einer überdimensionalen Sanduhr, die im Auftrag der Stiftung Fürs Leben zur Organspende animieren sollte. Denn nach diversen Skandalen ist die Zahl der Organspenden in Deutschland gesunken. Die Stiftung greift deshalb mit einer PR-Wirksamen Installation ein Einzelschicksal auf: Eine riesige Sanduhr, die nacheinander in mehreren Städten platziert wird, lässt bildhaft die echte Lebenszeit des Herzkranken Kevin verrinnen.

 

Online: Doppelt ausgezeichnet wurde auch Fuel@VivaKi,und zwar jeweils mit einer Arbeit für den Kunden Daimler. So gewann die Düsseldorfer Agentur mit der besten Online-Idee mit „Herzlichen Glückwunsch – Das könnte ihr Neuer sein“. Mercedes-Benz gratuliert – nach entsprechender Änderung des Job-Status – treffgenau auf den Business-Netzwerken Xing und LinkedIn zur Beförderung und präsentiert dabei auch gleich die C-Klasse als passenden Firmenwagen. Das Targeting ist so effizient, dass nur Personen mit einem entsprechenden Job-Level angesprochen werden.

 

Markenerlebnis/Event: Fuel@VivaKi gewann auch mit dem „Hörbuch Abenteuer“ für Daimler in der Kategorie „Markenerlebnis/Event“. Damit erfindet Mercedes-Benz die Probefahrt neu: Das exklusive Hörbuch, gesprochen von Christoph Maria Herbst, bestimmt wie ein Navi den Verlauf einer Probefahrt mit dem Mercedes GLA und baut – durch eine intelligente Verknüpfung mit GPS-Koordinaten – die Umgebung in die Story mit ein.

 

Die 25 besten Media-Ideen: Hier gibt es alle Shortlist-Platzierungen

Der Media-Nachwuchswettbewerb Media Youngsters

Eine Neuerung gibt es beim Nachwuchs-Contest der Media Youngsters, der zum 16. Mal stattfand: Erstmals gibt es auch hier eine Shortlist aus den fünf besten Teams, von denen am Ende aber nur eines gewinnt und zur Creative Week in New York reisen darf. Der Weg dahin führte über eine anspruchsvolle Aufgabe: Media-Saturn Deutschland wollte für den Relaunch seines Musikstreaming-Dienstes Juke eine innovative Strategie, die die Jungplaner an nur einem Tag austüfteln sollten. Am besten erfüllten diese Aufgabe Katrin Abel und Marie Christine Königs von der Agentur Optimedia. Eine Shortlist-Platzierung erreichten Timo Kronsbein und Marius Hallet von Crossmedia, Lisa-Marie Kaven und Theresa Pucher von Initiative, Alexandra Sahan und Stephanie Pohl von Mediaplus sowie Valentin Michaelis und Tamara Jungfleisch von PHD.

Ausführliche Informationen zu allen Preisträgern und ein Porträt über die Familie Sixt lesen Sie in einem Sonderheft in der nächsten Ausgabe der W&V, die am Montag, 2. März erscheint.

Weitere Informationen zum Deutschen Mediapreis gibt es auch unter www.deutscher-mediapreis.de. Sponsoren des Deutschen Mediapreises 2015 sind IP Deutschland, Ströer, Süddeutsche Zeitung sowie Telefónica.

Deutscher Mediapreis 2015: Das sind die Gewinner

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Deutscher Mediapreis 2015: Die besten Bilder aus München

von Petra Schwegler

Mit einer Videobotschaft des Ex-OB Christian Ude hat die Preisgala zum Deutschen Mediapreis 2015 den Gästen aus Medien und Werbung die Erkenntnis gebracht: Die Mediabranche ist der Politik sehr ähnlich! "Irgendwie sind wir Politiker und ihre Branche halt doch seelenverwandt. Wir werfen fremder Leute Geld massenweise zum Fenster hinaus, um fragwürdige Kampagnen zu finanzieren. Und wenn hinterher der Laden doch läuft, sagen wir: Das haben wir doch richtig professionell gemacht. Das muss gefeiert werden", so Ude.

Videobotschaft?! Musste sein: Den Ex-Stadtlenker und DMP-Schirmherr rief nämlich der Berg. Im Stil des parallel stattfindenden Politiker-Derbleckens auf dem Nockherberg hielt Ude denn auch den "Mediafritzen" gekonnt und spitzzüngig den Spiegel vor. In etwa so: "Ich bin zwar nicht da, aber immerhin digital präsent. Wenn sie sagen, dass sie mit einer Kampagne eine unheimliche Präsenz erreicht haben, dann heißt es ja auch nicht, dass sie bei jedem Bundesbürger selber in sein Wohnzimmer kriechen. Nein, dann reicht es, wenn sie ihren Schmarrn übern Bildschirm flimmern lassen." Ude selbst nennt seit einem Jahr als "Trostpreis" eine Ehrenkugel sein eigen. Anders als der Gelbe Engel des ADAC, den Ude ebenfalls im Vorjahr überreicht bekam, sei der Mediapreis aber nicht manipulierbar. Von vornherein bekenne sich die Mediabranche zur reinen Willkür – da brauche gar nicht mehr betrogen zu werden. Sauber derbleckt!

Christian Meitinger, Geschäftsführer des Verlags Werben & Verkaufen, machte den rund 450 Gästen deutlich, welche Vorzüge der Mediapreis gegenüber dem Nockherberg habe. Zum Mediapreis-Inventar gehörte natürlich RTL-Mann und Moderator Wolfram Kons, der mit Jochen Kalka einmal mehr durch den Abend führte. Kons nannte den Mediapreis mit Blick auf den feixenden Ude "den Rahmen, damit eine lokalpolitische Übergröße Kabarett machen kann". Der Anzug des W&V-Chefredakteurs samt blauer Samtslipper entging Kons freilich nicht – "Kalka Shades of Grey" der Kommentar des Moderators in Anspielung auf den aktuellen Kinohit. Den "fesselnden" Abend (Kalka blieb im Bilde) besuchten dieses Jahr besonders viele Werber und Kunden; auch gab es einen Rekord bei den Einreichungen: 145 Cases musste die hochkarätige Jury beurteilen. Alle Gewinner des Deutschen Mediapreises stellen wir hier vor.

Bei der Media-Persönlichkeit des Jahres fiel die Wahl beim DMP 2015 auf die Familie Sixt. Für die Gäste aus Werbung und Agenturen ein wichtiger Preisträger: Der Autoverleiher rund um Firmenpatriach Erich Sixt bekennt sich offen dazu, dass das Familienunternehmen ohne Werbung nicht so weit gekommen wäre. Stolz erzählte der Firmenlenker, dass er zudem seit 30 Jahren mit seiner Stammagentur Jung von Matt zusammenarbeite, bei der er sich beim DMP bedankte für die vielen frischen Ideen und die gute Zusammenarbeit. Interessant: Sixt und JvM provozieren dann doch oft über die Grenzen der Betroffenen hinaus. 800 Mal schon sei er von Anwälten bei geplanten Werbemotiven ausgebremst worden, erzählte Erich Sixt schmunzelnd. "Aber wenn wir damit rausgegangen wären, dann wäre von unseren Mitbewerbern nichts mehr da!" ps/fs

Die schönsten Bilder von der Gala im Alten Rathaus München finden Sie hier:

Ausführliche Informationen zu allen Preisträgern und ein Porträt über die Familie Sixt lesen Sie in einem Sonderheft in der nächsten Ausgabe der W&V, die am Montag, 2. März erscheint.

Weitere Informationen zum Deutschen Mediapreis gibt es auch unter www.deutscher-mediapreis.de. Sponsoren des Deutschen Mediapreises 2015 sind IP Deutschland, Ströer, Süddeutsche Zeitung sowie Telefónica.

von Petra Schwegler - Kommentare Kommentar schreiben